ING macht Milliardengewinn und streicht 2700 Jobs

Amsterdam (dpa) - Der niederländische Finanzkonzern ING will ungeachtet eines Gewinns von rund 1,7 Milliarden Euro im dritten Quartal 2700 Arbeitsplätze streichen. Die ING-Gruppe müsse «entscheidende Schritte» zur Senkung der Kosten unternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dies erklärte Konzernchef Jan Hommen am Donnerstag in Amsterdam. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres, als ING 239 Millionen Euro verdiente, steigerte der Bank- und Versicherungskonzern seinen Gewinn von Juli bis September 2011 um etwa das Siebenfache auf 1,692 Milliarden Euro. Allerdings trennten sich die Niederländer im Berichtszeitraum von mehreren Geschäftsbereichen, die Erlöse sind im Gewinn berücksichtigt.

Das Resultat lag insgesamt über den Erwartungen von Analysten. Dazu trug vor allem das Versicherungsgeschäft bei, während der Bankenbereich schwächelte. Hier ging der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,49 auf 1,06 Milliarden Euro zurück. Zudem schrieb ING griechische Anleihen in Höhe von insgesamt 467 Millionen Euro ab.

Die Maßnahmen für mehr Effektivität und der Stellenabbau sollen vor allem zu geringeren Kosten im Privatkundengeschäft führen, wie Hommen erläuterte. Innerhalb des ING-Konzerns sollen 2000 und in angeschlossenen Unternehmen weitere 700 Jobs wegfallen. «Aber wir werden alles tun, um diese Maßnahmen mit Bedacht umzusetzen.»

Der ING-Konzern war in der Finanzkrise 2008 vom niederländischen Staat mit zehn Milliarden Euro an Notkrediten gerettet worden. Einen Großteil hat ING bereits zurückgezahlt. 2012 will der Konzern gegenüber dem Staat wieder völlig schuldenfrei sein.

ING-Mitteilung

SOCIAL BOOKMARKS