Metro spürt konjunkturellen Gegenwind

Düsseldorf (dpa) - Die abflachende Konjunktur und die Schuldenkrise in Europa machen Deutschlands größtem Handelskonzern Metro zu schaffen. Im dritten Quartal schrumpften die Erlöse um 2 Prozent auf rund 16 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in einem Zwischenbericht mitteilte.

In den ersten neun Monaten lag das Ergebnis vor Steuern allerdings mit einem Anstieg von 14 Prozent auf 557 Millionen Euro klar über dem Vorjahr. Neben der Konsumzurückhaltung drückten nach Angaben von Metro auch Währungsschwankungen in Osteuropa sowie Standortabgaben auf den Umsatz. Durch Wetterkapriolen verbuchte die Warenhaustochter Galeria Kaufhof den größten Rückgang. Das Textilgeschäft habe unter einem kühlen Sommer und einem zu warmen Herbst gelitten. Neben den ungünstigen Witterungsbedingungen machten sich auch Umbaumaßnahmen in vielen Kaufhof-Häusern, die sich von ihren Media-Abteilungen trennten, bemerkbar.

Bei der Metro steht das traditionsreiche Unternehmen seit Anfang 2008 auf der Verkaufsliste. Der scheidende Konzernchef Eckhard Cordes könnte nun doch noch beim geplanten Verkauf der Warenhauskette vorankommen. Der Vorstand prüft derzeit zwei konkurrierende Angebote für Kaufhof, nämlich das von Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen und eines der österreichischen Immobilienfirma Signa, hinter der der griechische Milliardär George Economou stehen soll.

Berggruen möchte die rund 120 Karstadt- und mehr als 130 Kaufhofhäuser unter dem Dach einer deutschen Warenhaus AG zusammenführen. Die Idee hatte vor einigen Jahren auch der Metro-Chef im Zusammenhang der Rettung der damals insolventen Karstadt-Häuser ins Spiel gebracht. Die Widerstände gegen ein solches Projekt waren aber zu groß.

Vor allem wird von Gewerkschaftsseite und den Betriebsräten ein massiver Stellenabbau befürchtet, der mit einer Schließung von zahlreichen Standorten verbunden wäre. Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass Metro derzeit den Verkauf an Signa bevorzugen soll. Angeblich soll die Firma mindestens 2,4 Milliarden Euro für Galeria Kaufhof geboten haben. Konkrete Verkaufsverhandlungen gibt es derzeit aber noch nicht.

Derzeit profitieren die Geschäfte bei Metro vor allem von dem laufenden Sparprogramm. So kletterte der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um knapp 38 Prozent auf 614 Millionen Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich um rund 27 Prozent auf 190 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten blieb bei einem Umsatz von 47,2 Milliarden Euro unter dem Strich ein Plus von gut 16 Prozent auf 226 Millionen Euro.

Metro setzt nun alles auf das umsatzstarke vierte Quartal. Das Ziel von zehn Prozent Plus beim bereinigten operativen Ergebnis in diesem Jahr sei erreichbar - aber nur, wenn das Weihnachtsgeschäft deutlich besser laufe als im Vorjahr.

Pressemitteilung

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