Stromanbieter drehen weiter an der Preisschraube

Düsseldorf (dpa) - Die Welle der Strompreiserhöhungen geht weiter. Von Juni an müssen mehrere Millionen Eon-Kunden durchschnittlich fünf Prozent mehr bezahlen.

«Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3000 Kilowattstunden bedeutet das in der Grundversorgung Mehrkosten von durchschnittlich 3,70 Euro monatlich», bestätigte Eon-Sprecher Roland Schilhab am Mittwoch in München. Neben Eon erhöhen nach Angaben des Verbraucherportals Check24 weitere zwei Dutzend Gesellschaften im Mai oder im Juni die Preise um 3,5 bis 4 Prozent.

Die Preiswelle ist aber bereits weit fortgeschritten. Bislang haben nach Informationen des Portals Toptarif die Hälfte der 850 Anbieter seit Jahresbeginn die Preise erhöht. 3,2 Millionen direkte RWE-Kunden bleiben noch verschont. RWE habe noch keine Beschlüsse gefasst, sagte ein Sprecher. Bis mindestens zur Jahresmitte würden die Preise stabil bleiben. Neben den 3,2 Millionen Direktkunden hat der größte deutsche Stromerzeuger noch 3,7 Millionen Kunden über Beteiligungen. Eine dieser Beteiligungen sind die Lechwerke in Bayern. Sie erhöhen zum Mai um 3,92 Prozent.

Bei Eon heben sechs der sieben Regionalgesellschaften die Preise an. Betroffen sind die meisten der rund sechs Millionen Kunden. Die siebte Gesellschaft, die Eon Thüringer Energie AG, bleibt bei ihren Preisen, weil sie für das gesamte Jahr eine Preisgarantie abgegeben habe, so Toptarif.

Eon-Sprecher Schilhab begründete die Erhöhungen unter anderem mit dem steigenden Anteil an umweltfreundlich erzeugtem Strom und gestiegenen Netzentgelten.

Nach einer Onlinebefragung von 10 000 Stromkunden in 19 Ländern - überwiegend in Westeuropa aber auch den USA - wollen 25 Prozent den Stromanbieter wechseln oder ziehen dies ernsthaft in Erwägung. Bei den 500 in Deutschland befragten Verbrauchern liegt die Quote laut Studie des Dienstleisters Accenture bei 35 Prozent. Belgien folge mit 31 Prozent.

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