Trennbankensystem: Bankenverbände begrüßen Debatte

Berlin (dpa) - Vertreter von Genossenschaftsbanken und Sparkassen begrüßen die Diskussion über ein Trennbankensystem. «Steuerzahler sollten nicht für potenzielle Risiken spekulativer Kapitalmarktgeschäfte gerade stehen», so der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

«Insofern kann man über die Trennung von Investmentbanking und Kundengeschäft durchaus nachdenken», sagte Uwe Fröhlich der Zeitung «Die Welt». Ein nicht zu vernachlässigender Teil des weltweiten Derivategeschäftes diene allerdings der Absicherung von Kundengeschäften - «von daher gibt es auch keine einfachen Lösungen», fügte er hinzu.

Auch der Deutsche Sparkassen und Giroverband (DSGV) zeigte sich offen für die Debatte: «Nach Meinung des DSGV ist es sinnvoll, den Eigenhandel möglichst weit vom Kundengeschäft zu trennen», zitierte die «Welt» einen Sprecher. Dabei müsse aber beachtet werden, «dass unter Kundengeschäft nicht nur klassisches Retailgeschäft zu verstehen ist, sondern auch das Großkundengeschäft».

Die Bundesregierung hatte sich am Montag grundsätzlich offen für eine Debatte über Aufspaltungen großer Finanzkonzerne gezeigt. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, es gebe bereits interessante Ansätze wie den Vorschlag einer unabhängigen Bankenkommission aus Großbritannien für eine flexible Regelung. Diese Ideen sollten auch international diskutiert werden. Zuletzt hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel eine Aufteilung großer Banken gefordert.

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