US-Börsen drücken Dax ins Minus

Frankfurt/Main (dpa) - Nach seinem starken Wochenauftakt hat der Dax am Dienstag etwas nachgegeben. Nach anfänglichen Verlusten hatte der deutsche Leitindex zwar ins Plus gedreht, gab die Gewinne am Nachmittag allerdings wieder ab und schloss mit minus 0,28 Prozent bei 7305,86 Punkten.

Der MDax mittelgroßer Werte rückte hingegen am Ende um 0,19 Prozent auf 11 150,93 Punkte vor, und der TecDax gewann 0,20 Prozent auf 820,11 Punkte.

Zwar sei Spanien auf dem Radar der Investoren, sagte Lars Kremkow, Marktstratege beim Broker Activtrades. Allerdings gehe der Markt mittlerweile abgeklärter mit den jeweiligen Krisenszenarien um. Entsprechend belaste zwar nach wie vor die Unsicherheit, wann und ob Spanien den Rettungsschirm in Anspruch nehme. Angesichts der Bereitschaft der Europäischen Zentralbank, alles zur Rettung des Euro zu unternehmen, sähen die Anleger sich zu großen Teilen nach unten abgesichert. Das sorge bei kleineren Rücksetzern immer wieder für Anschlusskäufe. Am Nachmittag hätten dann aber die nachgebenden US-Börsen den Dax unter Druck gesetzt, kommentierte Marktanalyst Gregor Kuhn vom Brokerhaus IG die späte Marktentwicklung.

Im Dax zogen die Aktien der Deutschen Telekom um 1,31 Prozent an, nachdem sie am Nachmittag in der Spitze um mehr als dreieinhalb Prozent vorgerückt waren. Kreisen zufolge trifft sich der Telekom-Vorstand am Mittwoch, um eine Transaktion mit MetroPCS zu genehmigen. Durch diese solle T-Mobile USA gestärkt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Eines der wichtigsten Gesprächsthemen am deutschen Markt war zudem der Börsengang des Hannoveraner Versicherungskonzerns Talanx. Die Aktien waren bei 19,05 Euro und damit um 4,10 Prozent über dem Ausgabepreis von 18,30 Euro in den Handel gestartet. Sie schlossen mit 18,50 Euro, was immer noch ein Plus von 1,09 Prozent bedeutete.

Mit einem Kursprung um mehr als sieben Prozent reagierten die Anteilsscheine von Praktiker auf die Meldung, dass die Baumarkt-Kette gerettet sei. Die Verhandlungen über die Fremdfinanzierung der Praktiker AG seien in zentralen Teilen erfolgreich abgeschlossen, teilte das Unternehmen mit.

Der EuroStoxx 50 beendete den Tag mit minus 0,21 Prozent. Auch für den FTSE 100 in London und den Cac 40 in Paris ging es nach unten. In den USA büßte der Dow Jones Industrial bis zum europäischen Börsenschluss knapp ein halbes Prozent ein.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,20 Prozent am Montag auf 1,21 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,02 Prozent auf 134,22 Punkte zu. Der Bund-Future fiel um 0,04 Prozent auf 141,54 Punkte. Der Kurs des Euro stieg auf 1,2941 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,2930 (Montag: 1,2877) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7734 (0,7766) Euro.

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