US-Finanzwelt: Broker bricht zusammen

New York (dpa) - Vier Jahre nach der verhängnisvollen Pleite der Investmentbank Lehman Brothers bricht wieder ein Spieler in der US-Finanzwelt zusammen. Der Börsenmakler PFGBest reicht vor einem Gericht in Chicago seinen Insolvenzantrag ein.

Den Unterlagen zufolge müssen bis zu 25 000 Gläubiger um ihr Geld bangen - darunter viele Farmer, die über die Firma ihre Warentermingeschäfte abgewickelt hatten.

Ein guter Teil des Geldes könnte futsch sein. Die staatliche Finanzaufsicht CFTC wirft der auch als Peregrine Financial Group auftretenden Firma vor, in großem Umfang Kundengelder veruntreut zu haben. Bei einer Überprüfung sei aufgefallen, dass rund 215 Millionen Dollar auf den Konten fehlten, heißt es in einer Klage. Der Börsenmakler habe die Lücke mit falschen Belegen verschleiert.

Die fehlenden Millionen waren aufgefallen, nachdem Firmenchef Russell Wasendorf Sr. am Montag versucht hatte, sich umzubringen. Er liegt im Krankenhaus. Die brancheneigene Finanzaufsicht NFA war daraufhin auf Unstimmigkeiten gestoßen und hatte PFGBest noch am gleichen Tage untersagt, weitere Geschäfte einzugehen.

Die Geschichte erinnert an den Kollaps des US-Wertpapierhändlers MF Global im vergangenen Oktober, der die Wall Street erschüttert hatte. MF Global hatte sich mit riskanten Wetten auf europäische Staatsanleihen verzockt. Von einem «Mini-Lehman» war damals die Rede in Anspielung auf den Zusammenbruch der US-Investmentbank 2008. Bei MF Global waren Kundengelder von bis zu 1,6 Milliarden Dollar verschwunden.

Insolvenzantrag als pdf

Komplette CFTC-Klage beim WSJ

NFA-Mitteilung

Selbstdarstellung von PFGBest

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