dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Gribkowsky legt Geständnis ab: Bestechungsgeld von Ecclestone

München (dpa) - Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat im Schmiergeldprozess vor dem Landgericht München ein Geständnis abgelegt und Formel 1-Chef Bernie Ecclestone unter Druck gebracht. Nach acht Monaten Schweigen räumte der einstige Spitzenbanker am Mittwoch ein, 44 Millionen Dollar von Ecclestone erhalten zu haben. «Einen Riesenberg Geld», wie Gribkowsky sagte. Er habe das Geld nach jahrelangen Verhandlungen über den Verkauf der Formel 1 aber angenommen. «Für den Kampf hatte ich das Gefühl, Anerkennung verdient zu haben.» Heute sei ihm klar, dass er Fehler gemacht habe und es sich um Bestechungsgeld gehandelt habe. Im Gegenzug für das Geständnis kann der 54-Jährige mit einer Haftstrafe von maximal neun Jahren rechnen. Dies hatte der Vorsitzende Richter Peter Noll ihm vor seiner Aussage zugesichert.

Regierung warnt vor Schwarzmalerei bei Elektroautos

Berlin (dpa) - Autobranche und Bundesregierung haben trotz des schleppenden Absatzes von Elektroautos vor Schwarzmalerei gewarnt. «Natürlich sind die Bäume nicht in den Himmel gewachsen», sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung des dritten Berichts der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) in Berlin. Man befinde sich aber wie geplant noch in der Vorbereitungsphase. Ab 2014 sei der Markthochlauf geplant, 2017 solle die Massenproduktion starten. Der Bericht geht davon aus, dass ohne weitere Förderung bis 2020 nur 600 000 statt eine Million E-Autos in Deutschland fahren. Dennoch will die Regierung den Absatz von Elektroautos nicht mit Kaufprämien anschieben.

Experten: Euro-Schuldenkrise setzt Jobaufschwung zu

Nürnberg (dpa) - Sinkende Exporte und die wachsende Verunsicherung über die Euro-Schuldenkrise setzen nach Experteneinschätzung inzwischen auch dem deutschen Arbeitsmarkt immer mehr zu. Viele Unternehmen zögerten mit der Einstellung neuer Mitarbeiter; dadurch habe sich der Jobaufschwung in Deutschland im Juni weiter abgeschwächt, berichteten Volkswirte am Mittwoch in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Nach Berechnungen der Fachleute gab es im Juni 2,805 Millionen Arbeitslose; dies wären rund 50 000 weniger als im Mai und nur noch 90 000 weniger als vor einem Jahr. Ohne die saisonalen Auswirkungen wäre die Zahl der Erwerbslosen im Juni auf dem Vormonatsniveau verharrt, schätzen die Experten. Dies zeige, dass es am Schub der Konjunkturlokomotive fehle. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit am 28. Juni bekanntgeben.

WestLB-Krise kommt Steuerzahler teuer zu stehen

Düsseldorf (dpa) - Die krisengeschüttelte WestLB erweist sich für die Steuerzahler als Milliardendesaster. NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) bezifferte am Mittwoch die gesamten möglichen Belastungen seit 2005, einschließlich der absehbaren künftigen Verluste, auf ein Volumen von 18 Milliarden Euro. Davon entfallen 3 Milliarden Euro auf den Bund und 9 Milliarden auf das Land. Rund 6 Milliarden Euro könnten auf die Sparkassen zukommen. Zugleich zeigte sich der Minister zuversichtlich, dass die nun gefundene Lösung für den radikalen Umbau der WestLB tragfähig sein werde. Allerdings gebe es noch Unwägbarkeiten. So müssen die Gremien der Sparkassen die Einigung noch absegnen.

Aer Lingus erneut im Visier von Ryanair

Brüssel/London (dpa) - Der irische Billigflieger Ryanair greift erneut nach der Mehrheit beim heimischen Konkurrenten Aer Lingus. Mehr als fünf Jahre nach dem von der EU untersagten letzten Anlauf hat Ryanair den Eigentümern ein Angebot unterbreitet, das nach Angaben der Fluggesellschaft 38,3 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag liegt. Das Management um Michael O'Leary bietet 1,30 Euro je Aer-Lingus-Aktie - weniger als halb so viel wie Ende 2006 und zehn Cent weniger als beim zweiten Anlauf im Jahr 2008. Die EU-Kommission kündigte am Mittwoch eine erneute kartellrechtliche Prüfung an.

IhrPlatz-Verwalter: Aussichtsreiche Verhandlungen mit Investor

Osnabrück/Neu-Ulm (dpa) - IhrPlatz-Insolvenzverwalter Werner Schneider führt aussichtsreiche Verhandlungen mit einem Investor für die insolvente Drogeriemarktkette. «Ich kann bestätigen, dass ich mit einem Übernahmeinteressenten für IhrPlatz in engen Verhandlungen stehe und hoffe, diese bald erfolgreich abschließen zu können», sagte Schneider der Nachrichtenagentur dpa in Neu-Ulm. Schneider bestätigte damit einen Bericht der «Stuttgarter Nachrichten» vom Mittwoch, wonach IhrPlatz mit seinen 490 Filialen kurz vor der Rettung stehe. «Jetzt habe ich Gott sei Dank einen alternativen Investor», sagte Schneider dem Blatt. «Unser Ziel ist es, bis Ende Juni einen Vertrag vorliegen zu haben, der eine sehr kurzfristige Übertragung ermöglichen würde.»

Otto Group will kein Amazon-Klon sein - Vielfalt bleibt

Hamburg (dpa) - Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto setzt verstärkt auf Service und Finanzdienstleistungen. Im laufenden Jahr sollen diese beiden Unternehmensbereiche einen Anteil von bis zu 20 Prozent am Konzernumsatz erreichen, sagte Hans-Otto Schrader, der Vorstandschef der Otto Group, am Mittwoch in Hamburg. Gegenwärtig sind es 17 Prozent. Die beiden Sparten wachsen schneller als das Stammgeschäft Versand- und Einzelhandel und liefern auch mehr Gewinn ab. Das Handelsgeschäft war im abgelaufenen Geschäftsjahr (29.2.) nur geringfügig gewachsen, vor allem wegen Schwierigkeiten in Frankreich und verstärkter Konkurrenz im Online-Handel.

BGH stärkt Rechte der Mieter bei Modernisierung - Berliner Fall

Karlsruhe/Berlin (dpa) - Der Bundesgerichtshof (BGH) stärkt die Rechte der Mieter bei Modernisierungen. Nach einem am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten Urteil zu einem Berliner Fall kann sich ein Mieter wehren, wenn eine solche Maßnahme den gegenwärtigen Zustand der Wohnung nicht verbessert - etwa, weil er selbst zuvor die Wohnung renoviert hat (AZ: VIII ZR 110/11 - Urteil vom 20. Juni 2012). «Das Urteil ist richtig und wird helfen, Streitigkeiten rund um das Thema Modernisierung zu verhindern», kommentierte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten die Entscheidung.

Deutsche Aktien legen etwas zu

Frankfurt/Main (dpa) - Nach drei Gewinntagen in Folge hat sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch mit einer klaren Richtung schwer getan. Zuletzt ging es für die Notierungen etwas nach oben. Am Nachmittag notierte der Leitindex Dax 0,26 Prozent höher bei 6380 Punkten. Bereits die vergangenen Tage hatten der wie erhofft positive Wahlausgang in Griechenland und die Hoffnung auf Maßnahmen der Notenbanken zur Stimulierung der Wirtschaft die Börsen gestützt. Der MDax stieg um 0,69 Prozent auf 10 368 Punkte, während der TecDax 0,47 Prozent auf 744 Punkte gewann. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2704 (Dienstag: 1,2619) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7872 (0,7925) Euro.

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