dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Rückendeckung für Draghi: EZB darf Anleihen von Krisenländern kaufen

Luxemburg/Frankfurt (dpa) - Rückendeckung für die Krisenpolitik von EZB-Chef Mario Draghi: Die Europäische Zentralbank darf nach Ansicht eines einflussreichen Gutachters am EU-Gerichtshof grundsätzlich Staatsanleihen von Krisenländern kaufen. Ein entsprechendes Programm der Notenbank sei rechtmäßig, hieß es vom Gutachter (Rechtssache C-62/14) am Mittwoch in Luxemburg. Voraussetzung sei, dass die EZB solche Käufe gut begründe und diese verhältnismäßig seien. Das Gutachten gilt als Vorentscheidung, ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) wird im Herbst erwartet.

Agrarmesse Grüne Woche 2015 groß wie lange nicht

Berlin (dpa) - Die Grüne Woche ist bei ihrer 80. Ausgabe in diesem Jahr so groß wie lange nicht. Erstmals sind die 26 Messehallen bis zum letzten Quadratmeter belegt, die Ausstellerzahl liegt mit 1658 so hoch sie seit 44 Jahren nicht, wie die Messegesellschaft am Mittwoch mitteilte. Von diesem Freitag an präsentieren Aussteller aus 68 Ländern bis zum 25. Januar in Berlin ihre Produkte aus Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Deutschlands Bauern gehen zurückhaltend in die Leistungsschau. Weil es weltweit gute Ernten gab, können die Landwirte für viele Erzeugnisse nicht mehr so viel Geld verlangen wie in den vergangenen Jahren. Das Russland-Embargo und der Mindestlohn belasteten die Stimmung zusätzlich, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied.

Motorprobleme: Daimler ruft in Deutschland 114 000 Mercedes zurück

Stuttgart (dpa) - Der Autobauer Daimler muss wegen Motorproblemen in Deutschland 114 000 Fahrzeuge zurückrufen. Bei einem Teil der Wagen mit Vier-Zylinder-Dieselmotor könne aufgrund defekter Dichtringe Öl am Kettenspanner des Motors austreten, erklärte das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage in Stuttgart. Zuvor hatten verschiedene Medien darüber berichtet. Betroffen sind demnach mehrere Pkw- und Van-Modelle von Mercedes, die von Februar bis November 2014 produziert wurden. Konkret geht es um Fahrzeuge mit OM651-Motor, der schon in der Vergangenheit Probleme bereitet hatte. Wie viele Fahrzeuge weltweit betroffen sind, teilte Daimler nicht mit.

Studie: 2014 so viele Auto-Rückrufe wie nie

Stuttgart/Bergisch Gladbach (dpa) - Defekte Airbags, undichte Benzinleitungen oder Probleme mit den Bremsen: Wegen Sicherheitsmängeln mussten 2014 so viele Autos zurückgerufen werden wie nie zuvor. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach hervor. Demnach wurden allein auf dem Riesenmarkt USA im vergangenen Jahr fast 63 Millionen Autos wegen sicherheitsrelevanter Probleme zurück in die Werkstätten beordert - mehr als doppelt so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2004. Das CAM analysiert seit 2005 die Rückrufe der Autohersteller des jeweiligen Vorjahres. Als Referenz dienen die USA, weil die Bedingungen für Rückrufe dort besonders streng sind und das Klagerisiko höher ist.

Spaniens Wirtschaft 2014 um 1,4 Prozent gewachsen

Athen/Madrid (dpa) - Spaniens Wirtschaft hat 2014 ein Wachstum von 1,4 Prozent erzielt. Dies gab Ministerpräsident Mariano Rajoy am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem griechischen Amtskollegen Antonis Samaras in Athen bekannt. Damit sei die Prognose der Regierung um 0,1 Prozentpunkte übertroffen worden. 2013 war die spanische Wirtschaftskraft noch um 1,2 Prozent geschrumpft. Spanien habe 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder ein Wachstum erzielt und 400 000 neue Arbeitsplätze geschaffen, sagte Rajoy. Für dieses Jahr hatte der Regierungschef kürzlich die Hoffnung geäußert, dass das Land ein Wachstum von über zwei Prozent erreichen könne.

Erste Runde der Metall-Tarifverhandlungen ohne Ergebnis

Augsburg (dpa) - Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die 790 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ist erwartungsgemäß ohne Ergebnis zu Ende gegangen. «Ich stelle mich auf harte Verhandlungen ein», sagte die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber, Angelique Renkhoff-Mücke, nach dem Gespräch am Mittwoch in Augsburg. Die Verhandlungen in Bayern bilden zusammen mit denen in Baden-Württemberg den Auftakt der Metall-Tarifrunde in Deutschland. Die IG Metall verlangt 5,5 Prozent mehr Geld. Zudem fordert die Gewerkschaft Verbesserungen bei Altersteilzeit und Weiterbildung. Die Gegenseite hat bislang kein Angebot vorgelegt.

Mieterbund: Heizkosten 2014 um bis zu 25 Prozent niedriger

Berlin (dpa) - Die Heizkosten für 2014 dürften nach Einschätzung des Deutschen Mieterbunds verglichen mit dem Vorjahr um bis zu ein Viertel sinken. Grund seien die hohe Durchschnittstemperatur im vergangenen Jahr und gesunkene Energiepreise, sagte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten am Mittwoch in Berlin. Die milden Wintermonate dürften den Verbrauch um 20 bis 25 Prozent gedrückt haben. Je nach Heizungsart sei der Preiseffekt unterschiedlich stark ausgefallen, fügte Siebenkotten hinzu. Heizöl sei 2014 im Durchschnitt etwa 10 Prozent, Fernwärme einige wenige Prozent günstiger angeboten worden. Die Gaspreise hätten sich dagegen kaum verändert.

Teilnehmerrekord in Davos - Vertrauensbildung in unsicheren Zeiten

Genf/Davos (dpa) - Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos will angesichts der neuen globalen Unsicherheiten und Krisenherde in diesem Jahr zur Bildung neuen Vertrauens beitragen. Die Welt stehe vor der Entscheidung zwischen einem Schulterschluss oder einem Auseinanderdriften, sagte der Initiator des Elitetreffens, Klaus Schwab, am Mittwoch in Cologny bei Genf. Er hoffe, dass das WEF der Startpunkt für eine neue globale Zusammenarbeit wird. Für das Treffen in dem Schweizer Alpen-Kurort in der kommenden Woche (21. bis 24. Januar) hat sich eine Rekordzahl von mehr als 2500 Topmanagern und Spitzenpolitikern aus gut 140 Ländern angesagt. Über 40 Staats- und Regierungschefs werden in Davos erwartet.

Dieselpreis sinkt weiter - 1-Euro-Marke kommt langsam in Sicht

München (dpa) - Die fallenden Ölpreise lassen die Spritrechnungen der Autofahrer in Deutschland weiter schrumpfen. An einzelnen Tankstellen kratzt der Preis für einen Liter Diesel bereits an der 1-Euro-Marke. Allerdings ist im bundesweiten Durchschnitt diese Grenze noch ein ganzes Stück entfernt: Nach Berechnungen des ADAC kostet der Liter Diesel derzeit im Schnitt 1,128 Euro, 3,3 Cent weniger als noch vor einer Woche. Doch bis der Dieselpreis auch im überregionalen Mittel unter 1 Euro falle, müsse «der Ölpreis noch weiter deutlich nachgeben», sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel am Mittwoch in München. Denn auch wenn Diesel derzeit an einigen Tankstellen kaum mehr als 1 Euro kostet, wird an anderen Orten noch deutlich mehr fällig.

Wohnungsbau treibt Baugewerbe an

Berlin (dpa) - Die deutsche Bauwirtschaft rechnet in diesem Jahr mit einer Umsatzsteigerung von zwei Prozent. Der Wachstumstrend bleibe intakt, auch wenn das Tempo nachlasse, stellten die Zentralverbände von Bauindustrie und Baugewerbe am Mittwoch in Berlin fest. Trifft die Prognose ein, so würde der Umsatz erstmals seit dem Jahr 2000 wieder knapp über der Marke von 100 Milliarden Euro liegen. Treiber der Entwicklung sei der Wohnungsbau. In diesem Jahr dürften 250 000 neue Wohnungen fertiggestellt und damit ein Niveau erreicht werden, dass nötig sei, um den Bedarf zu decken, sagte der Präsident des Baugewerbeverbands, Hans-Hartwig Loewenstein.

Draghi: EZB bereit zu Staatsanleihekäufen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) ist Präsident Mario Draghi zufolge im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche bereit zu Staatsanleihekäufen. «Alle Mitglieder des Rates der Europäischen Zentralbank sind entschlossen, unserem Mandat gerecht zu werden», sagte Draghi der Wochenzeitung «Die Zeit» (Donnerstag). «Natürlich gibt es Differenzen darüber, wie das geschehen sollte. Aber es ist nicht so, dass wir unendlich viele Möglichkeiten hätten.» Der EZB-Rat kommt am 22. Januar zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Die Erwartungen sind hoch, dass der Kauf von Unternehmens- und Staatsanleihen in großem Stil beschlossen wird («Quantitative Easing», QE).

Studie: Im Osten weiterhin deutlich mehr Frauen im Job

Gütersloh (dpa) - In den neuen Bundesländern sind immer noch deutlich mehr Frauen berufstätig als im Westen. Daran hat sich laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung auch über 20 Jahre nach dem Fall der Mauer nichts geändert. Im Westen hat zwar inzwischen mehr als jede zweite Frau einen sozialversicherungspflichtigen Job. Dennoch wachse die Differenz zwischen Ost und West weiter an, wie die Stiftung am Mittwoch in Gütersloh mitteilte. Im Osten liegt demnach die Quote von Frauen im Job bei 57,9 Prozent, der Westen kommt auf 50,9 Prozent. Spitzenreiter bei den Bundesländern ist Sachsen mit 58,5 Prozent, das Schlusslicht bildet das Saarland mit 47,2 Prozent.

Dax knickt ein - Sorgen und Nervosität kehren zurück

Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt sind die Sorgen zurückgekehrt. Schwache US-Einzelhandelsdaten und der weiter sinkende Ölpreis zogen den Dax am Mittwoch runter. Das Börsenbarometer verlor bis zum Nachmittag 1,46 Prozent auf 9796,06 Punkte und gab damit einen Teil seiner kräftigen Gewinne der vorangegangenen beiden Handelstage wieder ab. Der MDax für die mittelgroßen Werte sank um 0,93 Prozent auf 17 249,07 Punkte, nachdem er am Vortag noch auf ein Rekordhoch geklettert war. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,19 Prozent auf 1418,08 Zähler ein. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,39 Prozent am Vortag auf 0,40 Prozent. Der Kurs des Euro fiel weiter: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1775 (Dienstag: 1,1782) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8493 (0,8488) Euro.

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