dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Inflation bleibt niedrig - Anstieg der Nahrungsmittelpreise gestoppt

Wiesbaden (dpa) - Teurere Pauschalreisen und steigende Nettokaltmieten haben die Verbraucherpreise in Deutschland im Juni etwas nach oben getrieben. Insgesamt bleibt die Inflation aber niedrig. Die jährliche Teuerungsrate stieg leicht auf 1,0 Prozent nach 0,9 Prozent im Mai, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die Behörde bestätigte damit erste Schätzungen.Im Mai war die Rate auf den niedrigsten Wert seit fast vier Jahren gefallen. Von Mai auf Juni stiegen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent.

Entwarnung an der Preisfront für Getreide - Fleisch und Fisch teurer

Rom (dpa) - Die Preise für die wichtigsten Getreidesorten dürften nach Einschätzung von Experten in den nächsten ein bis zwei Jahren weiter sinken und den Handel damit weltweit antreiben. Nach Rekordernten 2013 hatten die Preise - vor einiger Zeit noch hoch wie nie - schon deutlich nachgegeben. Fleisch, Milchprodukte und Fisch dagegen werden jedoch teurer. Das geht aus einem Bericht mit Agrar-Trends hervor, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) am Freitag in Rom veröffentlicht haben.

Weiter Rätselraten um Karstadt: Bericht über Verkaufsverhandlungen

Essen (dpa) - Nach dem überraschenden Abgang von Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt bleibt der künftige Kurs der angeschlagenen Warenhauskette weiter völlig unklar. Laut einem Bericht der «Bild»-Zeitung soll Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen bereits über einen Verkauf an die österreichische Investorengruppe Signa verhandeln. Ein Signa-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage der dpa am Freitag nicht kommentieren. Karstadt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Signa-Gruppe des Tiroler Unternehmers René Benko soll früheren Medienberichten zufolge eine Option haben, die Mehrheit an den 83 regulären Karstadt-Warenhäusern zum symbolischen Preis von einem Euro zu übernehmen.

Verkäufe im VW-Konzern zum Halbjahr rund sechs Prozent im Plus

Wolfsburg (dpa) - Mit einem soliden Verkaufsplus im Rücken nimmt Europas größter Autobauer Volkswagen die zweite Jahreshälfte in Angriff. Von Anfang Januar bis Ende Juni lieferten die Wolfsburger weltweit 4,97 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge aus, wie VW am Freitag mitteilte - eine Steigerung von 5,9 Prozent im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2013. Über das gesamte vergangene Jahr hatte der Zwölf-Marken-Konzern inklusive seiner schweren Nutzfahrzeuge rund 9,73 Millionen Einheiten verkauft. Während Europa vom Krisenniveau kommend zusehends wächst und der wichtigste Einzelmarkt China weiter mit zweistelligen Absatzverbesserungen glänzt (17,5 Prozent), liegen Nordamerika mit 3 Prozent und Südamerika mit 22,1 Prozent im Minus.

Bundesrat billigt Reformgesetz für Lebensversicherungen

Berlin (dpa) - Die Reform der Lebensversicherer ist beschlossene Sache. Eine Woche nach dem Bundestag billigte am Freitag in Berlin auch der Bundesrat die Pläne, mit denen die unter den Niedrigzinsen leidenden Lebensversicherer stabilisiert werden sollen. Das Gesetz bedeutet mögliche Einbußen für demnächst ausscheidende Kunden bei den stillen Reserven. Zudem soll zum 1. Januar 2015 der Garantiezins für Neu-Verträge von 1,75 auf 1,25 Prozent gesenkt werden. Auf Unternehmen und Aktionäre kommen strengere Auflagen zu. Die Kappung der Bewertungsreserven könnte mit Veröffentlichung der Pläne im Gesetzblatt noch von Ende Juli an gelten.

Krise um portugiesische Großbank entspannt - Brüssel gelassen

Lissabon/Brüssel (dpa) - Die Krise um die portugiesische Großbank Banco Espírito Santo (BES) hat sich entspannt. Portugals Regierung und die Zentralbank versicherten am Freitag in Lissabon, die Einlagen bei dem Geldhaus seien sicher. Der am Vortag ausgesetzte Handel mit Aktien der Bank wurde wieder aufgenommen. Die Sorgen um die größte portugiesische Privatbank hatte neue Spannungen auf den europäischen Kapitalmärkten ausgelöst. Das Geldhaus legte der Börsenaufsicht CMVM in der Nacht zum Freitag in einem Schreiben dar, das seine finanzielle Lage stabil sei. Die Bank verfüge für eventuell eintretende Verluste über ausreichende Rücklagen. Diese betrügen 2,1 Milliarden Euro und seien mehr als ausreichend, um eventuelle Kreditausfälle aufzufangen, hieß es.

Atempause am Aktienmarkt

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag kaum von den deutlichen Verlusten in dieser Woche erholt. Für etwas Entspannung sorgte Händlern zufolge die Versicherung der portugiesischen Notenbank, dass die Bank Espírito Santo (BES) ausreichend Kapital habe. Der Dax lag am Nachmittag praktisch unverändert bei 9660 Punkten. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von mehr als drei Prozent an. Für den MDax ging es am Freitag um 0,20 Prozent auf 16 313 Punkte nach oben. Der TecDax legte um 0,68 Prozent auf 1276 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog um 0,32 Prozent an. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,99 Prozent am Vortag auf 1,00 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 136,67 Punkte. Der Kurs des Euro ist am Freitag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3595 (Donnerstag: 1,3604) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7356 (0,7351) Euro.

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