dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Exportwirtschaft brummt: Außenhandel legt kräftig zu

Wiesbaden (dpa) - Die Schuldenkrise im Euroraum kann den Höhenflug der deutschen Exportwirtschaft nicht stoppen. Dank der steigenden Nachfrage aus aller Welt zogen die Ausfuhren im Mai überraschend kräftig an. Nach dem schwachen Vormonat stiegen die deutschen Ausfuhren im Monatsvergleich um 3,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das ist das stärkste monatliche Plus seit März 2011. Insgesamt verkaufte die deutsche Wirtschaft im Mai Waren im Wert von 92,5 Milliarden Euro ins Ausland. Die Einfuhren kletterten im Mai sogar um 6,3 Prozent auf 77,2 Milliarden Euro - so deutlich wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Bafin: «Tiefergehende Untersuchung» von VW-Porsche-Deal noch offen

Bonn/Wolfsburg (dpa) - Die frühzeitige Übernahme der restlichen Porsche-Anteile durch Volkswagen hat die Finanzaufsicht auf den Plan gerufen - ein förmliches Verfahren zu dem Deal ist aber bisher nicht beschlossen. «Ob eine tiefergehende Untersuchung erfolgen muss, wird derzeit geprüft», hieß es am Montag aus der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Bonn. Nach Medienberichten soll es darum gehen, ob VW den am vergangenen Mittwochabend angekündigten Aktienkauf im Wert von 4,46 Milliarden Euro zur Übernahme der übrigen 50,1 Prozent der Porsche AG zu spät mitgeteilt haben könnte. In zwei bis drei Wochen will die Bafin entscheiden, ob sie das Geschehen genauer unter die Lupe nimmt.

Arbeitskampf bedroht Norwegens Gas- und Ölförderung

Oslo (dpa) - Norwegens Gas- und Ölförderung mit wichtigen Lieferungen auch nach Deutschland ist durch einen Arbeitskampf bedroht. Wie der zuständige Arbeitgeberverband OLF in Oslo mitteilte, sollen in der Nacht auf Dienstag alle 6500 Arbeiter auf den insgesamt 70 Feldern ausgesperrt werden. «Wir hoffen aber inständig, dass die Regierung noch heute eingreift und diesen Arbeitskampf stoppt», sagte die OLF-Sprecherin Eli Ane Nedreskår der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Norwegen deckt 27 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs und ist der zweitwichtigste Lieferant nach Russland. Die Aussperrung ist Antwort auf einen vor zwei Wochen in Gang gesetzten Punktstreik mit einigen hundert Beteiligten für bessere Pensionsregelungen.

Drastischer Auftragseinbruch in der Elektroindustrie

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Elektroindustrie kämpft mit einem drastischen Auftragseinbruch. Wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) am Montag in Frankfurt mitteilte, sanken die Ordereingänge im Mai um 34 Prozent im Vergleich zu 2011. Die Auftragseingänge lagen damit bereits den achten Monat in Folge unter dem jeweiligen Vorjahreswert. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres liegt das Auftragsminus nun bei insgesamt 12 Prozent. Das schlägt auf die Umsätze durch. Im Mai 2012 erzielte die Elektrobranche Gesamterlöse von rund 14,2 Milliarden Euro - 8 Prozent weniger als im Mai 2011.

Juncker erwartet schnellen Beschluss zu Eurogruppe

Brüssel (dpa) - Über den Eurogruppenvorsitz soll schneller entschieden werden als bisher erwartet. Der bisherige Amtsinhaber Jean-Claude Juncker sagte der dpa, er erwarte eine Entscheidung noch am Montag. Am frühen Abend werden die von Juncker geführten Euro-Finanzminister zu ihrem Juli-Treffen in Brüssel zusammenkommen. Ende Juni hatte Juncker erklärt, er sei nur bereit, für weitere sechs Monate die Eurogruppe zu leiten, falls sein Landsmann Yves Mersch den vakanten Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalte. Junckers reguläre Amtszeit läuft Mitte Juli aus. Ende vergangener Woche hatte ein Verantwortlicher der Eurogruppe gesagt, dass die Euro-Finanzminister am Montag über den EZB-Posten entscheiden wollten, nicht aber über den Eurogruppenvorsitz.

Audi legt noch einen Zahn zu

München (dpa) - Die Nachfrage der Chinesen und Amerikaner nach deutschen Oberklasse-Autos steigt weiter kräftig und hat bei Audi, BMW und Daimler im ersten Halbjahr für neue Verkaufsrekorde gesorgt. Dabei hat Audi mit einem Absatzwachstum von 12,3 Prozent das höchste Tempo erreicht. Im Juni legte die VW-Tochter sogar noch einen Zahn zu. Wie die Konkurrenten in Stuttgart und München peilen auch die Ingolstädter neue Jahresbestwerte an. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler sagte am Montag, trotz spürbaren Gegenwinds in Südeuropa wachse die Marke in allen Weltregionen. Sogar in Europa konnte Audi im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent zulegen. In den USA legte Audi um 16,5 Prozent zu, in China sogar um 38 Prozent.

Gartner: Weltweit mehr als 3,6 Billionen Dollar für IT

Stamford (dpa) - Die IT-Ausgaben wachsen in diesem Jahr nach einer Einschätzung von Gartner auf mehr als 3,6 Billionen US-Dollar. Das Marktforschungsunternehmen hat seine Wachstumsprognose aus dem vergangenen Quartal leicht von 2,5 auf 3 Prozent angehoben. In Telekom-Ausstattung investierten Unternehmen und Privatkunden am meisten, teilte Gartner am Montag in Stamford mit. Der Bereich legt den Schätzungen zufolge um 10,8 Prozent auf 377 Milliarden Dollar zu.

Deutsche Aktien mit leichten Verlusten

Frankfurt/Main (dpa) - Die Unsicherheit der Anleger hat sich zum Wochenstart in einem eher trendlosen Handel widergespiegelt. Am Montag verlor der Dax bis zum Nachmittag 0,03 Prozent auf 6408 Punkte. Damit knüpfte er an seinen Trend der Vorwoche an. Der MDax lag zuletzt mit 0,09 Prozent im Minus bei 10 438 Punkten. Der TecDax fiel um 0,08 Prozent auf 756 Punkte zurück. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2293 (Freitag: 1,2377) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8135 (0,8080) Euro.

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