Im Kreis Gütersloh steigt das Risiko von Wildunfällen


In der Winterzeit ist  besondere Vorsicht im Straßenverkehr geboten. Darauf weist die Kreisjägerschaft (KJS) Gütersloh hin.

Vor allem in den Morgen- und Abendstunden müssen Autofahrer im Kreis Gütersloh auf ein- und auswechselndes Wild achten.

Kreis Gütersloh (gl) - Im Jagdjahr 2020/2021 seien allein bei Unfällen mit Rehwild 992 Tiere zu Tode gekommen, heißt es in der Mitteilung. Sie machten 28,1 Prozent des erlegten Wilds aus. 

Blaue Wildwarnreflektoren an Straßenbegrenzungspfosten

Blaue Wildwarnreflektoren an Straßenbegrenzungspfosten sollten die Zahl der verunfallten Wildtiere reduzieren und vermeiden. Die Aktion läuft seit 2012. Daran beteiligt sind die KJS, die Untere Jagdbehörde des Kreises, die zuständigen Straßenbaulastträger, die Kreispolizei, die Abteilung Straßenverkehr des Kreises und nicht zuletzt der zuständige Jagdrevierinhaber. 

„Die Morgen- und Abendstunden zur Zeit des Berufsverkehrs sind besonders gefährlich, wenn das Wild zwischen seinen Einständen im Wald und den Wiesen wechselt, um Futter zu suchen“, erklärt der KJS-Vorsitzende Ralf Reckmeyer. 

Autofahrer sollen achtsam fahren

Autofahrer sollten daher besonders achtsam fahren. Ein Zusammenstoß bei hoher Geschwindigkeit kann verheerende Folgen haben. „Ein nur 20 Kilogramm schweres Reh hat bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern ein Auftreffgewicht von fast einer halben Tonne“, sagt Reckmeyer. 

Unfall kann tödliche Folgen haben

„So kann ein Unfall schnell tödliche Folgen für die Insassen haben.“ An besonders gefährdeten Bereichen sind Warnschilder aufgestellt. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Zusammenstoß, muss der Fahrer die Polizei benachrichtigen. Das gilt auch, falls das Wild geflüchtet ist. Fahrzeugführer seien rechtlich verpflichtet, die Polizei zu verständigen, heißt es in der Mitteilung weiter. 

Polizei muss informiert werden

Wer das bei einem Unfall mit Paarhufern unterlasse, begehe eine Ordnungswidrigkeit. Zu Paarhufern zählen Reh, Wildschwein, Mufflon und die drei in NRW vorkommenden Hirscharten. Ist der Unfall gemeldet, informiert die Polizei den örtlichen Jäger. 

Tiere erleiden erhebliche Verletzungen

Die Tiere erleiden nach einem Zusammenstoß oft schwere innere Verletzungen. Um unnötige Qualen zu verhindern, veranlasst der zuständige Jäger eine Nachsuche. „Dafür haben wir speziell ausgebildete Hunde. Mit ihnen können wir auch ohne Spuren von Blut, der Jäger sagt auch Schweiß, das verletzte Stück Wild finden“, erläutert Reckmeyer.

Weitere Informationen sind in einer Broschüre des Landesjagdverbands NRW im Internet nachzulesen.

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