„Kaufkraftverluste in Millionenhöhe im Kreis Gütersloh“


Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten berichtet, dass die Haushalte im Kreis Gütersloh durch die Inflation Millionesummen verlieren.

Die aktuelle Inflation in Höhe von siebe bis acht Prozent führt nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten dazu, dass die Haushalte im Kreis Gütersloh in diesem Jahr 157 Millionen Euro verlieren. Foto: NGG

Kreis Gütersloh (gl) - Aufgrund rasant steigender Preise gehen den Haushalten im Kreis Gütersloh in diesem Jahr laut einer Studie rund 157 Millionen Euro an Kaufkraft verloren. Das berichtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einer Mitteilung.Voraussetzung für diesen Wert sei, dass die bisherige Teuerungsrate nicht noch weiter anziehe. Allein bei Lebensmitteln müssten die Verbraucherinnen und Verbraucher mit Mehrausgaben von 73,2 Millionen Euro rechnen, so die Gewerkschaft.

Studie des Pestel-Instituts

Die NGG beruft sich eigenen Angaben zufolge auf eine regionale Kaufkraftanalyse des Pestel-Instituts (Hannover). Demnach seien Menschen mit schmalem Portemonnaie besonders betroffen: In den 53 300 Haushalten, in denen im Kreis Gütersloh Alleinerziehende und Singles mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 2000 Euro leben, beliefen sich die hochgerechneten Kaufkraftverluste bis Jahresende auf 33,3 Millionen Euro.

Der NGG-Regionalgeschäftsführer Thorsten Kleile spricht laut Mitteilung von „alarmierenden Zahlen“. Durch die Preissteigerungen drohten soziale Verwerfungen, wenn die Politik nicht durch weitere, gezielte Entlastungen gegensteuere. „Vom Kellner bis zur Bäckereifachverkäuferin: Beschäftigte, die keine Spitzenverdiener sind, müssen derzeit jeden Cent zweimal umdrehen. Wer ohnehin schauen muss, wie er bis zum Monatsende durchkommt, bei dem schlagen die aktuellen Mehrausgaben enorm zu Buche“, sagt Kleile.

Lebensmittelpreise als Inflationstreiber

Laut Pestel-Institut seien die gestiegenen Lebensmittelpreise ein besonderer Inflationstreiber: Der durchschnittliche Haushalt im Kreis Gütersloh habe in der ersten Jahreshälfte allein bei Nahrungsmitteln eine Zusatzbelastung von 38 Euro im Monat zu tragen. Die Mehrausgaben für Energie beliefen sich demnach auf monatlich 34 Euro. Mobilität habe sich um neun Euro verteuert.

Nach Beobachtung der NGG treffen die Preissprünge im Supermarkt „ausgerechnet die Menschen besonders stark, die selbst mit Lebensmitteln arbeiten – ob im Restaurant, in der Brauerei oder in der Backwarenfabrik“. Zwar sei es der Gewerkschaft in diesem Jahr gelungen, durch Tarifabschlüsse etwa im Gastgewerbe kräftige Lohnerhöhungen zu erzielen. Die Inflation drohe jedoch, diese zunichtezumachen.

Hilfe gefordert

„Was wir jetzt brauchen, sind spezielle Hilfen für Beschäftigte mit geringen Einkommen. Aber auch für Rentnerinnen und Rentner, Studierende und Arbeitsuchende. Die bisherigen Entlastungspakete der Bundesregierung reichen nicht aus. Die Ampel muss nachlegen“, fordert Kleile.

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