Kreis Gütersloh: Gesundheitsamt prüft 3000 Brunnen 


Im Juni startet der Kreis Gütersloh mit der Umsetzung der neuen Trinkwasserverordnung bei circa 3000 Hauswasserbrunnen der Kategorie B.

Über eine Pumpe wird das Wasser aus dem Brunnen in den Haushalt gefördert. Wegen der neuen Trinkwasserverordnung werden ab Juni im Kreis Gütersloh 3000 Brunnen überprüft. Foto: Lange

Kreis Gütersloh (gl) - Laut Mitteilung sind das in der Regel Einzelversorgungsanlagen, die zum Beispiel Trinkwasser auch für Mieter gewinnen. Das könnten jedoch auch Anlagen für kleinere Betriebe sein. 

Start am 7. Juni in Borgholzhausen

Aus Kapazitätsgründen erfolgt die Umsetzung in alphabetischer Reihenfolge der Kommunen. Los geht es daher mit Borgholzhausen am 7. Juni. Gestartet war die Abteilung Gesundheit des Kreises Gütersloh zunächst bei der Umsetzung der fünften Änderung der Trinkwasserverordnung mit den Brunnen der Kategorie A. 

Das sind Brunnenanlagen, die zum Beispiel große Betriebe versorgen. Insgesamt, also inklusive der Hauswasserbrunnen, die nur den Eigentümer versorgen, gibt es im Kreis Gütersloh 14.000 Hausbrunnen – mehr als im ganzen Nachbarbundesland Niedersachsen. Nur die Betreiber der Hauswasserbrunnen der Kategorie B erhalten ein Anhörungsschreiben, in dem über den neuen Untersuchungsumfang informiert wird. 

Dem Betreiber wird dann innerhalb einer gesetzlichen Frist die Gelegenheit gegeben, sich hierzu im Bedarfsfall schriftlich zu äußern. Dieses Verfahren ist laut Kreis notwendig, da die Trinkwasserverordnung als Alternative zu einer Vollanalyse eine Risikoanalyse erforderlich macht, welche Parameter zukünftig überwacht werden müssen. 

Vollanalyse mit 50 Indikatoren

Das Gesundheitsamt könne bestimmen, welche Untersuchungen des Trinkwassers in welchen Zeitabständen durchzuführen seien. Ursprünglich hatte die nationale Trinkwasserverordnung vorgesehen, dass Brunnenbetreiber ihr Wasser auf 50 verschiedene Indikatoren – also eine Vollanalyse – untersuchen lassen sollten. 

Diesen Umfang hätten die Brunnenbetreiber nur reduzieren können, indem sie selbst eine Risikoanalyse auf eigene Kosten beauftragt hätten. „Nicht zuletzt ist es einer Initiative des Kreises Gütersloh zu verdanken, dass diese Vorgehensweise für B-Anlagen-Betreiber nicht mehr zwingend anzuwenden ist“, schreibt die Verwaltung. 

Trinkwasserqualität leidet nicht

Durch die risikobewertungsbasierte Anpassung der Probenahmeplanung werde der Kreis im Gegensatz zur Volluntersuchung den Aufwand und damit die Kosten für die Betreiber deutlich reduzieren können. „Und dass, ohne die Trinkwasserqualität herabzusetzen.“ Allerdings werden Betreiber gegebenenfalls auch mehr als den bisher gewohnten Umfang untersuchen lassen müssen, aber nicht alle 50 Indikatoren.

Gesammelte Fakten: 

  • Eine Risikobewertung betrifft dezentrale kleine Wasserwerke, sogenannte B-Anlagen. Dazu gehören Brunnenanlagen mit einer Fördermenge, die kleiner als zehn Kubikmeter pro Tag ist, die in der Regel wenige Mieter oder einige Häuser gleichzeitig versorgen. Des Weiteren fallen öffentliche Einrichtungen oder Lebensmittel- und Gewerbebetriebe mit eigenen Brunnen unter diese Definition. 

  • Eine Risikobewertung vornehmen können das Gesundheitsamt, der Unternehmer und sonstige Inhaber. Die Durchführung durch den Brunnenbetreiber kann teuer werden, da anerkannte Sachverständige eingebunden werden. Für die kreisweite Risikobewertung, die das Gesundheitsamt durchführt, wird eine Vielzahl von Trinkwasserdaten, unter anderem aus vergangenen Untersuchungen, von öffentlichen Wasserversorgern, Gewerbe- und Lebensmittelbetrieben, aus Grundwasserdatenbanken und Sonderuntersuchungsprogrammen, herangezogen. Parameter, die als unauffällig eingestuft werden, können aus dem Parameterumfang herausgenommen werden und müssen für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr beprobt werden. 

  • Das Gesundheitsamt führt die Risikobewertung für jede Stadt und Gemeinde im Kreis durch. Nach und nach werden die vorhandenen Daten der Kommunen gesichtet und ausgewertet. Anhand dieser Datenlage werden die B-Anlagenbetreiber angeschrieben und, falls erforderlich, über einen veränderten Untersuchungsumfang informiert. 

  • Sobald die Risikobewertung in der jeweiligen Kommune durchgeführt und der Parameterumfang ermittelt worden sind, werden die Betroffenen informiert. Der komplette gesetzliche Umfang der Analysen beläuft sich auf 50 Einzelparameter. Das Gesundheitsamt führt die Risikobewertung durch, damit der Mehraufwand für den einzelnen B-Anlagenbetreiber auf wenige zusätzliche, aber erforderliche Parameter reduziert wird. 

Weitere Informationen erhalten Interessenten unter 05241/854531 sowie per E-Mail an t.juergensmann@kreis-guetersloh.de.

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