Kreis Gütersloh: Jugendliche aus der Krise helfen


Ein Fachtag „Jugend Miteinander ermöglichen“ hat jüngst im Kreis Gütersloh stattgefunden. Circa 120 Pädagoginnen und Pädagogen nahmen teil.

Das Organisationsteam des Fachtags „Jugend Miteinander ermöglichen“: (oben, v. l.) Lukas Meiertoberens (Kreissportbund), Matthias Vinnemeier (Prowi GT), Sonja Kotten (Kreis Gütersloh), Claudia Brhel (Kreis Gütersloh) und Professor Dr. Tobias Hecker (Uni Bielefeld) sowie (vorn, v. l.) Silke Bewier (Stadt Gütersloh), Christiane Meier (Kreis Gütersloh), Sabine Hengstenberg (Von-Zumbusch-Gesamtschule), Sandra Jürgenhake (Kreis Gütersloh) und Dr. Monika Rammert (Kreis Gütersloh). Foto: Kreis Gütersloh

Kreis Gütersloh (gl) - Home-Schooling, Wechselunterricht, Kontaktbeschränkungen: Die Corona-Pandemie hat den Schulalltag der vergangenen zwei Jahre auf den Kopf gestellt. Um Kinder und Jugendliche bestmöglich zu unterstützen und die Rückkehr ins Klassenzimmer zu erleichtern, haben sich rund 120 Pädagoginnen und Pädagogen zum Fachtag „Jugend Miteinander ermöglichen“ getroffen. 

Aktualität holt Planer ein

Organisatoren der Veranstaltungen waren die Abteilungen Bildung und Jugend des Kreises Gütersloh, Pro Wirtschaft GT, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Kreissportbund und die Schulsozialarbeit der Stadt Gütersloh. „Als das Planungsteam die Arbeit vor rund einem halben Jahr aufnahm, war die Situation noch eine ganz andere“, heißt es in einer Mitteilung. 

„Die Delta-Variante kursierte, Schülerinnen und Schüler waren zum Großteil noch nicht geimpft, es herrschten Wechsel- und Distanzunterricht, Masken- und Testpflicht sowie Kontaktbeschränkungen“, heißt es weiter. 

Auch wenn viele Regeln mittlerweile gelockert worden oder sogar ganz weggefallen seien, sei die Corona-Pandemie noch nicht vorbei. Und mit dem Ukraine-Krieg habe die nächste Krise bereits begonnen. 

Fehlende soziale Kontakte schwer kompensierbar

Angst, Depressionen, Stress und Ungewissheit hätten vor allem bei den jungen Leuten Verhaltensauffälligkeiten hervorgerufen, heißt es in der Mitteilung weiter. Besonders die fehlenden sozialen Kontakte zu Altersgenossen seien für die Kinder und Jugendlichen schwer zu kompensieren. 

„Was können wir tun, um wieder in eine Gemeinschaft zu kommen? Wie können wir zusammen die neuen Aufgaben lösen, vor denen wir nun stehen?“ Diese Fragen hätten im Mittelpunkt des Fachtags gestanden, erklärt Dr. Monika Rammert, Leiterin der Bildungs- und Schulberatung beim Kreis Gütersloh. 

Referat über Gefühlswelten junger Menschen

Professor Dr. Tobias Hecker referierte über die Gefühlswelten junger Menschen. Er stellte unter anderem soziale Anerkennung, Selbstwertgefühl und emotionale Sicherheit als Grundbedürfnisse vor. Gleichzeitig habe er die Teilnehmenden für mögliche Anzeichen einer Depression oder einer Angststörung sensibilisiert, heißt es in der Mitteilung weiter. 

In anschließenden Workshops erarbeiteten die Pädagogen Wege, um die durch die Krise entstandenen Probleme aufzuarbeiten und eine Stabilität in der Bedürfnisbefriedigung der Jugendlichen wiederherzustellen.

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