Krisen verändern laut Studie Anforderungen an Bewerber


Krisen haben die Arbeitswelt unter Druck gesetzt und Anforderungen von Firmen an künftige Mitarbeiter einer Studie zufolge verändert.

Wer sich heute bei einem Unternehmen bewirbt, muss teilweise andere Fähigkeiten mitbringen als früher. Foto: dpa

Gütersloh (dpa) - Sogenannte Soft Skills, also berufsübergreifende Fähigkeiten wie soziale und kommunikative Kompetenzen, haben an Bedeutung gewonnen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten „Jobmonitor“ der Bertelsmann Stiftung aus Gütersloh hervorgeht. Dafür waren zwischen 2018 und 2021 rund 48 Millionen Online-Stellenangebote untersucht worden.

Homeoffice macht sich bemerkbar

Ein zentrales Ergebnis: 2021 verlangten Arbeitgeber deutlich häufiger (plus gut 70 Prozent) Besonnenheit - in der Untersuchung auch als „Frustrationstoleranz“ bezeichnet - als noch 2018. Einfühlungsvermögen sei wichtiger (plus 39 Prozent) geworden. Und auch die Fähigkeit zu motivieren sowie eine positive Grundeinstellung wurden 2021 erheblich häufiger nachgefragt als im Vor-Pandemiejahr 2018.

Zudem macht sich die pandemiebedingte Homeoffice-Zunahme den Studienautoren zufolge bemerkbar: Die Bedeutung eines sicheren Umgangs mit Daten sei gewachsen - eine Fähigkeit, die im vergangenen Jahr zu 62 Prozent häufiger in Online-Jobofferten verlangt wurde als 2018. Dazu passe, dass in Zeiten von Video-Konferenzen statt Präsenztagungen oder Geschäftsreisen Qualifikationen wie Präsentationsfähigkeit oder Verhandlungsgeschick spürbar weniger gefragt seien.

Kerntugenden weiterhin wichtig

Der „Jobmonitor“ zeigt aber auch, dass „klassische Kerntugenden“ weiterhin an der Spitze der gefragten „Soft Skills“ stehen, wie es in Gütersloh hieß: Einsatzbereitschaft werde in knapp der Hälfte aller Angebote verlangt, Teamfähigkeit in fast einem Drittel aller Online-Stellenanzeigen. Auch Selbstständigkeit steht danach bleibend hoch im Kurs. Bei diesen „Klassikern“ habe man die online offerierten Jobangebote noch zusätzlich bis August 2022 analysiert, sagte ein Sprecher der Stiftung.

Weiteres Ergebnis: Deutschkenntnisse werden immer stärker zur gefragten Schlüsselkompetenz in vielen Branchen. Laut Studienautoren verdeutlicht das, wie stark der Fachkräftemangel und zugleich die Bereitschaft, ausländische Fachleute einzustellen, gewachsen sind. Deutschkenntnisse würden mittlerweile für jede vierte Stelle ausdrücklich eingefordert, 2018 war das nur bei jeder fünften angebotenen Stelle so.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.