Steinhagener abgedrängt: Polizei stoppt Verfolgungsjagd


Ein Steinhagener (58) wollte sich einer Polizeikontrolle entziehen. Drei Streifenwagen sind bei der Flucht beschädigt worden. 

Am Golf des 58-jährigen Mannes aus Steinhagen entstand beim Unfall Totalschaden. Foto: Müller

Steinhagen/Bielefeld (gl) - Ein 58-jähriger Steinhagener hat sich am Sonntagabend eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Die Bilanz: mehrere beschädigte Streifenwagen, demolierte Verkehrszeichen und einige gerammte Autos.

Zeugen meldeten der Polizei gegen 18.20 Uhr einen mit quietschenden Reifen und deutlich überhöhter Geschwindigkeit umherfahrenden Mann in Steinhagen. Als die Polizisten im Bereich der Bahnhofstraße den Golf entdeckten, fuhr er weiter in Richtung Liebigstraße. 

Anhaltezeichen ignoriert

Nach Angaben von Polizeisprecherin Katharina Felsch ignorierte der 58-Jährige die Anhaltezeichen der Beamten. Als er an einer Ampel an der Liebigstraße anhielt und eine Polizistin an den Wagen herantrat, beschleunigte der Steinhagener seinen Golf und bog in die Bielefelder Straße ab. Im weiteren Verlauf fuhr er auf die Autobahn 33 in Richtung Bielefeld auf. „Schon beim Auffahren drohte er, nach links von der Fahrbahn zu schleudern“, so Felsch. Mit sehr hoher Geschwindigkeit sei er über die A33 gefahren, teilweise in Schlangenlinien.

Im weiteren Verlauf fuhr der Mann über den Ostwestfalendamm in Bielefeld in Richtung Stadtmitte. Dort konnte beobachtet werden, dass der 58-Jährige mehrfach aus einer Dose Bier trank. Über eine Ausfahrt fuhr er auf den Südring und nach rechts auf die Gütersloher Straße.

Seitliche Kollision

Unterdessen hatten mehrere Streifenwagen des Polizeipräsidiums Bielefeld und der Kreispolizeibehörde Gütersloh die Verfolgung aufgenommen. In Höhe der Bushaltestelle Kupferhammer wurde er zunächst durch ein vor ihm fahrenden Streifenwagen ausgebremst. Dabei kam es zu einer seitlichen Kollision. Nachdem er zunächst anhielt, beschleunigte er wieder und bog mit hoher Geschwindigkeit nach links auf die Osnabrücker Straße ab.

Auf gerader Strecke und als durch die Polizisten Gefährdungen Dritter ausgeschlossen werden konnten, wurde der 58-Jährige letztendlich in Höhe der Idunastraße zur Seite auf einen Grünstreifen gedrängt, nachdem er abermals mehrfach in den Gegenverkehr lenkte. Nur durch eine gezielte seitliche Kollision durch einen Streifenwagen, konnte eine erneute Fahrtaufnahme über den angrenzenden Gehweg unterbunden werden. 

Auto fängt Feuer

Der Golf des Mannes fing unmittelbar nach dem Anhalten an zu qualmen. Das Feuer im Motorraum löschten die Polizisten zunächst mit einem Feuerlöscher. Die weitere Brandbekämpfung wurde durch die Feuerwehr übernommen.

Auf seiner Fahrt touchierte der Steinhagener zwei geparkte Pkw auf der Gütersloher Straße, eine Mittelinsel auf der Osnabrücker Straße, einen seitlich stehenden Leitpfosten auf der Osnabrücker Straße und ein Verkehrszeichen am letztendlichen Anhalteort. Zudem ignorierte er nach Polizeiangaben mehrere Rotlicht zeigende Ampeln und überschritt nahezu durchgehend die Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Der alkoholisierte Mann wurde in Gewahrsam genommen. Der Golf wurde abgeschleppt. Aufgrund vorausgegangener Verkehrsstraftaten, unter anderem wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis, war der Pkw durch die Staatsanwaltschaft Bielefeld zur Beschlagnahme ausgeschrieben.

Blutproben entnommen

Insgesamt wurden drei Streifenwagen beschädigt. Alle drei waren im Anschluss nicht mehr einsatzfähig. Der Wagen des 58-Jährigen wies ebenfalls rundherum Beschädigungen auf. Der Steinhagener und alle eingesetzten Polizeibeamten blieben unverletzt. 

Dem alkoholisierten 58-jährigen Mann wurden im Krankenhaus durch einen Arzt Blutproben entnommen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Straßengefährdung. Laut Polizei wurde der Steinhagener am Sonntagabend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

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