Steinkauz-Schutzprojekt  auf Kreis Gütersloh ausgeweitet


Die Stiftung Pro Artenvielfalt weitet ihr Steinkauz-Schutzprojekt vom Paderborner Raum auf den Kreis Gütersloh aus.

Natürliche Bruthöhlen für Steinkäuze stellen Kopfweiden dar. Die Stiftung Pro Artenvielfalt setzt sich für den Schutz der kleinen Eulenart ein. Foto: S.Wolf

Kreis Gütersloh (gl) - In diesem Winter sollen in beiden Landkreisen bis zu 1000 Kopfweiden gescheitelt werden.

Wichte Lebensraumelemente sichern 

In Zusammenarbeit mit lokalen Naturschützern sichere das mit der Bezirksregierung Detmold abgestimmte Programm wichtige Lebensraumelemente der kleinen Eulenart in einem ihrer letzten Rückzugsgebiete in Ostwestfalen-Lippe, heißt es in einer Mitteilung. 

Dort existiere mit etwa fünf Prozent des bundesweiten Bestands noch eine recht vitale Population. Der Steinkauz-Bestand war über Jahre aufgrund von Lebensraumveränderungen – Verlust von Bruthöhlen, Intensivierung der Landwirtschaft und reduzierte Nahrungsverfügbarkeit – stark rückläufig. Nur intensive Schutzvorkehrungen konnten die Bestände bislang erhalten. 

Mit 7500 bis 8500 Steinkauz-Brutpaaren in Deutschland steht diese Art auf der Vorwarnliste der „Roten Liste“ und gilt noch immer als gefährdet. Die Stiftung bezeichnet Kopfweidenpflege als aktiven Arten- und Steinkauzschutz. Nur durch den regelmäßigen Schnitt entstehe im Stamm ein Nährstoffstau, in dessen Folge sich die Weidenköpfe ausbildeten. 

Spalten diesen als Nisthöhle

In den alten Bäumen entstünden Höhlungen und Spalten, die den Steinkäuzen als Nisthöhlen dienten. Außerdem seien Kopfweiden wahre Klein- oder Baumbiotope: Sie böten außer dem Steinkauz bis zu 4000 weiteren Vogel-, Säugetier- und Insektenarten wichtigen Lebensraum. 

Laut Mitteilung wird durch den Rückgang der wirtschaftlichen Nutzung auch der kostspielige Schnitt vieler Kopfweiden nicht länger durchgeführt. Das führe dazu, dass Äste auswüchsen, schwerer würden und die Bäume schließlich auseinanderbrächen. So seien schon viele Kopfweiden aus der Landschaft verschwunden. 

Stiftung lässt 30 Niströhren einbauen

Mit den Bäumen gingen auch die Nist- und Brutplätze für den Steinkauz verloren. Um zusätzlich den Verlust von geeigneten Nistplätzen zu kompensieren, baut die Stiftung Pro Artenvielfalt in die neu geschneitelten Bäumen 30 Niströhren ein. Sie bieten den Steinkäuzen sichere Nistgelegenheiten. 

„Für die fachgerechte Pflege arbeiten wir mit einem qualifizierten Baumpflegeunternehmen zusammen, denn Kopfweidenpflege ist harte, arbeitsintensive Arbeit und erfordert spezielle Kenntnisse und Erfahrungen“, sagt Malte Backer, Projektmanager Artenschutz. Das Kopfbaum-Pflegeprojekt wird durch das Land NRW und das EU-ELER Programm finanziell gefördert.

Mehr dazu im Internet

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.