Ärzte operieren im Gütersloher Klinikum mit dem Roboter


Es geht in die zweite Phase. Im Klinikum Gütersloh werden Chirurginnen und Chirurgen an einem Roboter ausgebildet.

Operation im Duett: Dr. Frank Jurke, Oberarzt der Klinik für Urologie (links) und Dr. Marcus Horstmann, Chefarzt der Klinik für Urologie beim gemeinsamen Einsatz an der Dualkonsole des Chirurgie-Roboters.

Gütersloh (gl) - Nach der Ankunft des ersten OP-Roboters im August startet das Klinikum Gütersloh jetzt in die zweite Phase der robotergestützten Operationen. Seit Oktober werden mithilfe einer Dualkonsole weitere Chirurginnen und Chirurgen des Krankenhauses für die hochpräzise Operationstechnik mit dem Da Vinci-Roboter ausgebildet. 

Hochpräzises Arbeiten möglich

Er hat vier Arme und kann zehnmal besser sehen als ein menschliches Auge: der neue OP-Roboter am Klinikum Gütersloh. Die Chirurginnen und Chirurgen des Klinikums setzen seit Juli bei minimalinvasiven Operationen auf die Unterstützung des Roboters. Minimalinvasiv bedeutet operieren durchs Schlüsselloch. Das heißt, es sind nur kleine Schnitte erforderlich, um die Operationsinstrumente in den Körper einzuführen. Der Roboter ist darin besonders gut, weil er hochpräzise Bewegungen und Schnitte ausführen kann. 

Anerkannten Experten eingestellt

Die Operierenden bedienen eine Konsole, die ihre Handbewegungen an die Operationsinstrumente überträgt. Damit erfahrene Chirurgen ihr Wissen bei der robotergestützten Operation an die Kollegen weitergeben können, ist seit Oktober eine Dualkonsole im Einsatz. Darüber können zwei Operierende abwechselnd die Instrumente steuern. „Das ermöglicht eine optimale Abstimmung unter den Operierenden“, erklärt Dr. Marcus Horstmann. Mit ihm hat das Klinikum Gütersloh in diesem Jahr einen Experten auf dem Gebiet der robotergestützten Eingriffe eingestellt. Er operiert seit 14 Jahren roboterassistiert und gehört damit in diesem Bereich zu den erfahrensten Ärzten Deutschlands. 

Schulung und Training folgen

„Mit dem Erwerb des Chirurgie-Roboters hat das Klinikum auch ein umfangreiches Schulungskonzept für Ärztinnen und Ärzte ins Leben gerufen“, sagt Horstmann. Die Schulung beginne mit digitalem Training am Simulator. Es folgten Schulungen im Trainingszentrum des Anbieters und anschließend assistierte Operationen. 

Patienten profitieren

Der Arzt sieht das Operationsfeld auf dem Bildschirm dreidimensional und stark vergrößert. „Das ermöglicht es uns, die Instrumente extrem genau zu steuert“, erklärt Horstmann. „Das heißt, wir können noch präziser operieren. Davon profitieren beispielsweise Krebspatienten, weil wir die Funktionsfähigkeit der Organe erhalten können.“ 

Ein Zentrum aufbauen

Außer in der der Urologie würden auch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte der Klinik für Allgemein-, Viszeral-u. minimalinvasive Chirurgie und der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit dem Da Vinci-Roboter arbeiten, ergänzt Maud Beste, Geschäftsführerin des Klinikums. „Darüber hinaus werden wir ein Robotisches Zentrum aufbauen, über das die Spezialisten ihr Wissen interdisziplinär bündeln und austauschen und das auch ein Kompetenzzentrum für die Patienten sein soll.“ Mit der Investition von knapp 1,35 Millionen Euro hat das Klinikum einen weiteren Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit gelegt.

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