Arbeitsmarktprogramm 2022 für den Kreis Gütersloh


Drei Leitziele verfolgt das Arbeitsmarktprogramm 2022 des Jobcenters im Kreis Gütersloh. Sie waren jetzt Thema im Arbeitsausschuss. 

Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Wiedereinstieg in den Beruf sowie Unterstützungsangebote für Alleinerziehende werden auch 2022 Schwerpunkte des Jobcenters des Kreises Gütersloh bilden. Foto: Pixabay

Kreis Gütersloh (gl) - Fachkräfte entwickeln, Arbeitskräfte vermitteln und  Teilhabe ermöglichen - darauf wird es aufkommen. 

„Müssen uns Kernthemen widmen, um Ziele zu erreichen“

„Qualifikation, Gesundheit und Sprachkenntnisse: Das sind Kernthemen, denen wir uns widmen müssen, um unsere arbeitsmarktpolitischen Ziele zu erreichen“, sagte Björn Haller, Abteilungsleiter Steuerung des Jobcenters des Kreises Gütersloh.

Rund 13 Millionen Euro stehen dem Jobcenter 2022 für die Umsetzung zur Verfügung. „Aufgrund der Corona-Pandemie ist auch die Planung für das Jahr 2022 mit einigen Unsicherheiten behaftet“, bemerkte Fred Kupczyk, Dezernent des Jobcenters. 

„Wir sehen aber, dass der Arbeitsmarkt im Kreis Gütersloh gegenwärtig vergleichsweise robust und aufnahmefähig ist“, Kupczyk weiter. So lag die Arbeitslosenquote im Kreis Gütersloh 2021 insgesamt mit 3,8 Prozent deutlich unter der Quote des Landes NRW mit 7 Prozent. 

„Integration von Frauen in Arbeit verbessern“

Auch die Arbeitslosenquote im SGB II-Bezug mit 2,1 Prozent liegt im deutlich unter der Landesquote (5 Prozent), aber auch unter der Quote der Region Ostwestfalen-Lippe (2,8 Prozent). „Unsere Beschäftigungsquoten sind im Vergleich sehr gut. Unser Ziel ist es aber weiterhin, die Integration von Frauen in Arbeit zu verbessern“, erläuterte Kupczyk. 

52 Prozent der Kunden des Jobcenters sind weiblich. Bei der gleichberechtigten Förderung von Frauen seien gute Erfolge erzielt worden. So hätten prozentual gesehen beinahe ebenso viele Frauen wie Männer an Förderangeboten – Weiterbildungen oder Bewerbungstrainings – teilgenommen.

Im Ausschuss für Arbeit und Soziales stellten Björn Haller, Abteilungsleiter Steuerung des Jobcenters, und Fred Kupczyk, Dezernent des Jobcenters des Kreises Gütersloh, den Entwurf für das Arbeitsmarktprogramm 2022 vor. „Bei der Integration in Arbeit müssen wir weiterhin mit aller Kraft versuchen, Hemmnisse abzubauen“, so Kupczyk. Angebote zum Wiedereinstieg in den Beruf, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Unterstützungsangebote für Alleinerziehende würden auch 2022 Schwerpunkte des Jobcenters bilden, um Frauen in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit zu vermitteln. 

Langfristiger SGB-II-Bezug oft wegen Krankheit 

In seiner Präsentation zeigte Haller, dass rund 67 Prozent der Menschen im SGB-II-Bezug Langzeitleistungsbezieher seien, also länger als 21 Monate Leistungen bezögen. Dort stünden oft gesundheitliche Probleme im Vordergrund, physischer oder psychischer Natur. Diese Menschen wieder fit zu machen, gesundheitlich zu stabilisieren und langfristig beruflich zu integrieren, sei eine der großen Aufgaben.

Dafür arbeite das Jobcenter in Netzwerken mit Kliniken und Trägern im Gesundheitssystem, wie beispielsweise der LWL-Klinik Gütersloh oder dem Berufsförderungswerk Hamm, eng zusammen.

Berufliche Qualifikation ist ein Kernthema

Außer der gesundheitlichen Förderung ist auch die berufliche Qualifikation ein Kernthema für das Jobcenter. „Die große Mehrheit der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten hat keinen Berufsabschluss. Der Qualifizierung dieser Menschen, beispielsweise durch Weiterbildungen, betriebliche Umschulungen oder assistierte Ausbildungen, kommt eine große Bedeutung zu“, betonte Haller. 

Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt müsse dabei immer im Blick behalten werden. So sank die Zahl der Integrationen pandemiebedingt im vergangenen Jahr nur um gut 5 Prozentpunkte, während landesweit die Zahl der Integrationen um knapp 19 Prozentpunkte sank. 

Wozu führt die Digitalisierung?

Das Jobcenter hatte sich auf die Vermittlung von Arbeitskräften in Branchen konzentriert, die in der Pandemie profitiert haben: Versandhandel, Gartenbau, Baumärkte und Handwerk. „Aber gerade bei den Helfer-Tätigkeiten bleibt abzuwarten, wie sich diese Arbeitsplätze hinsichtlich der Digitalisierung entwickeln. Dafür müssen wir die Menschen qualifizieren“, erklärte Haller. 

Auch die Sprachförderung spielt bei der Qualifizierung eine große Rolle. 43 Prozent der Kunden des Jobcenters haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, davon 21 Prozent mit Fluchtkontext. Sprachkurse und Praxistrainings im Job sollen helfen, dass diese Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen können.

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