Arzt aus Oelde legt Revision gegen Urteil ein



Elf Jahre Haft: Gegen diese Strafe legt ein Mediziner aus Oelde, der Frauen in drei Fällen vergewaltigt hat, Revision ein.

Am 29. September hatte das Landgericht Bielefeld den Mediziner aus Oelde verurteilt. Jetzt legt er Revision ein. Foto: Bussieweke

Gütersloh/Oelde (sib) - Der Arzt aus Oelde, der wegen schwerer Vergewaltigung von Patientinnen am Gütersloher St.-Elisabeth-Hospital zu elf Jahren Haft und einem lebenslangen Berufsverbot im Krankenhaus verurteilt worden war (diese Zeitung berichtete am 29. September), legt Rechtsmittel ein. Damit nimmt er die Strafe nicht an.

Urteil wird auf Rechtsfehler überprüft

Seine Anwältin Anne Patsch aus Frankfurt hat Revision beantragt. Das bestätigt Guiskard Eisenberg, Sprecher des Bielefelder Landgerichts, auf Anfrage dieser Zeitung. 

Bei einer Revision wird das Urteil eines Gerichts auf Rechtsfehler überprüft und von einer höheren Instanz neu beurteilt. Im Gegensatz zur Berufung: Dabei wird ein Verfahren gänzlich neu aufgerollt.

Prozess kann bis zu einem Jahr dauern 

Der übliche Weg sei nun der Folgende, erläutert Guiskard Eisenberg: Das schriftliche Urteil müsse zuerst noch abgesetzt und zugestellt werden. Dann habe Verteidigerin Anne Patsch einen Monat Zeit, um die Revision zu begründen. Die Unterlagen erhalte erst die Staatsanwaltschaft und schließlich der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof, um das Verfahren zu beurteilen. 

Das könne einige Monate, in manchen Fällen auch ein Jahr in Anspruch nehmen, sagt Eisenberg. Der Arzt aus Oelde hat nach Einschätzung des Landgerichts Patientinnen in drei Fällen betäubt und vergewaltigt. Richter Carsten Wahlmann sagte zum Urteil, er sei von der Schuld des Verurteilten „absolut überzeugt“.

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