Betonklötze bremsen Isselhorster Feuerwehr aus



Die Feuerwehr hat es meist eilig. Ein durch Betonklötze auf der Fahrbahn verkehrsberuhigter Bereich stört da.

Bei Einsätzen müssen die Feuerwehrleute die Betonklötze im Zick-Zack-Kurs umfahren, was aufgrund des hohen Schwerpunktes zu einem Aufschaukeln der Großfahrzeuge führt. Foto: Delker

Gütersloh (gl) - Die zur Verkehrsberuhigung aufgestellten Betonklötze auf der Niehorster Straße bereiten dem Löschzug Isselhorst große Probleme. Bei Einsätzen müssen die Feuerwehrkameraden die Hindernisse im Zick-Zack-Kurs umfahren, was aufgrund des hohen Schwerpunktes zu einem Aufschaukeln der Großfahrzeuge führt.

Einsatzfahrzeuge im Zick-Zack-Kurs

Der Förderverein des Löschzugs hat jetzt den Antrag gestellt, dass die Betonklötze beseitigt werden und der Fahrbahnverlauf begradigt wird. Die Verkehrsberuhigung der Niehorster Straße auf dem Teilstück zwischen der Einmündung Am Kreuzkamp und Krullsweg war vor vier Jahren beschlossen worden und wird von der Feuerwehr auch gar nicht in Frage gestellt.

Im Antrag wirft Sven Schröder, Löschzugführer und Vorsitzender der Feuerwehrkameradschaft Isselhorst, die Frage auf, ob das Ziel nicht auch mit einer Beschränkung auf Tempo 30 und regelmäßig stattfindenden Geschwindigkeitskontrollen zu erreichen wäre. Seinen Angaben zufolge ist der Löschzug seit dem 1. Januar 2019 zu mehr als 226 Einsätzen ausgerückt.

Kameraden bei Anfahrt nicht angeschnallt

Ein Großteil der Fahrten habe durch den verkehrsberuhigten Bereich geführt. Das Aufschaukeln der Fahrzeuge beim Passieren der Betonklötze sei nicht das einzige Problem. Beim Ausrücken zu einem Brandeinsatz rüsteten sich Teile der Mannschaft bereits auf den ersten Metern mit Atemschutz aus.

Zu diesem Zeitpunkt seien sie im Fahrzeug nicht angeschnallt. Sie müssten erst das Gurtzeug der Atemschutzgeräte anlegen und sich mit weiteren Dingen ausrüsten (Flammschutzhaube, Atemschutzmaske, Atemluftflasche aufdrehen, Lungenautomat anschließen).

Aufschaukeln kann gefährlich werden

„Das Durchfahren der Einengungen mit einem Hin- und Herschaukeln trägt in diesem Moment nicht zur Sicherheit der sich ausrüstenden Mannschaft bei“, heißt es in dem Antrag. Dass die Kräfte nach einer Alarmierung zeitversetzt am Gerätehaus eintreffen, sei bislang nie beachtet worden.

Sei ein Fahrzeug mit ausreichender Mannschaftsstärke besetzt, fahre es zum Einsatz. Sowohl die Einsatzfahrzeuge als auch die nachrückenden Kräfte begegneten sich in dem Streckenabschnitt und seien in der Regel auch zügiger als mit der dort zulässigen Höchstgeschwindigkeit unterwegs.

„Es erschließt sich von selbst, zu welchen Gefahren eine solche Situation führen kann“, erklärt der Vorsitzende. In der dunklen Jahreszeit sei der Streckenabschnitt nur mäßig beleuchtet. Laub und andere Verunreinigungen sammelten sich in unmittelbarer Nähe zu den Betonklötzen.

Löschzug bei Entscheidung 2018 außen vor

Das sorge für unnötige Gefahren beim gegenseitigen Ausweichen, Bremsen und Beschleunigen der Einsatzkräfte in ihren Fahrzeugen. „Leider ist der Löschzug Isselhorst im Jahr 2018 als Anlieger im Vorfeld der Entscheidung nicht mit einbezogen worden. Die genannten Erfahrungswerte waren seinerzeit bereits absehbar und hätten zur Entscheidungsfindung beitragen können“, heißt es.

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