Café Connect in Gütersloh benötigt Verstärkung


Die Nachfrage nach Sprachkursen hat sich in der Corona-Pandemie kaum verändert. Allerdings fehlen Ehrenamtliche.

Flüchtlingsberaterin Fatma Aydin-Cangülec (rechts), hier mit Cihan Othman, würde sich über weitere ehrenamtliche Unterstützung für das Café Connect in Gütersloh und in Rheda-Wiedenbrück freuen. Mit einem „Integrationsspiel“ können geflüchtete Menschen die deutsche Sprache trainieren.

Gütersloh (gl) - Voller Elan wollte das Café Connect in den Sommerferien durchstarten, mit Sprach- und Begegnungsprogrammen zur Integration geflüchteter Menschen. Miteinander reden, gemeinsam basteln und lernen – so lautete der Plan. Doch ehrenamtliche Helfer sind offenbar ebenso selten geworden. 

Aufruf mit schlechtem Ergebnis

Vor Wochen hatte sich Beraterin Katharina Stein von der Diakonie Gütersloh an die Öffentlichkeit gewandt. Gebracht hat der Aufruf jedoch nicht viel. Vielleicht war die Unsicherheit nach kurzfristigen Corona-Regeländerungen zu groß, vermuten die Verantwortlichen. 

„Dabei sind die Begegnung und der Austausch für eine gelingende Integration und das demokratische Miteinander besonders wichtig“, sagt Beraterin Fatma Aydin-Cangülec. Und sie beruhigt: „Im Café Connect gibt es eine neue Belüftungsanlage und ein klares Hygienekonzept.“ 

Digital in Kontakt stehen

Vor Corona hatten sich zahlreiche Ehrenamtliche im Café Connect an der Kirchstraße 10 a engagiert. Während der Pandemie hielt Katharina Stein virtuell Kontakt zu ihnen. Inzwischen finden von montags bis donnerstags mehrere Sprachkurse statt. 

Nachfrage ist groß

Doch das reiche nicht aus. Denn die Nachfrage nach Kontakten und Kursen sei groß bei den geflüchteten Menschen. Bezar Akman weiß, warum. Sie betreut vor allem jesidische Frauen, hilft aber auch Muslimas und Christinnen im Café Connect. 

Sprache ist das Wichtigste

„Ich wurde in der Corona-Pandemie oft nach Deutschkursen gefragt“, sagt sie.  „Die Frauen wissen ganz genau, dass Sprache und Arbeit das Wichtigste sind, um in Deutschland Fuß zu fassen.“ 

Ehrenamtliche Betreuer gesucht

Konkret sucht das Café Connect ehrenamtliche Betreuer für folgende Angebote: Deutschkurse als Vorbereitung auf einen offiziellen Kurs (eine pädagogische Ausbildung ist ausdrücklich nicht erforderlich), Kreativkurse, zum Beispiel gemeinsames Basteln oder Nähen für die Weihnachtszeit, Gesellschaftsspiele, Hausaufgabenbetreuung – intensive Hilfe in Einzelfällen für Erwachsene, die einen Sprachkurs besuchen oder eine Ausbildung machen – sowie für Gespräche und Begegnungen in deutscher Sprache bei einer Tasse Kaffee oder Tee (maximal fünf Teilnehmerinnen) mit dem Ziel, besser im Alltag zurechtzukommen. 

Unverbindliches Kennenlernen

Grundsätzlich bietet das Café auch die Gelegenheit, einander unverbindlich kennenzulernen. Ehrenamtliche, die Lust haben, sich mehr für eine Person oder eine Familie einzusetzen, erhalten professionelle Unterstützung. 

Persönlicher Einsatz ist kein Muss

„Dieser besondere persönliche Einsatz ist aber kein Muss“, betont Beraterin Fatma Aydin-Cangülec. Aktuelle Informationen gibt es auch auf der Internetseite der Diakonie Gütersloh: www.diakonie-guetersloh.de.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.