GlasBlasSing spielen Melodien auf 400 Flaschen


Große, kleine, lange und kurze Flaschen aller erdenklichen Materialien nutzt die Gruppe GlasBlasSing, um Klänge zu erzeugen.

Das Quartett GlasBlasSing mit (v. l.) Drummer Möhre, dem basalen Flaschengeist Frank, dem Multiinstrumentalisten Fritze und Sänger sowie Bottleneck-Gitarrist Andi rückt – orchestral schallend – Oldies und Megahits in ein neues Licht. Foto: Rekate

Gütersloh (ed) - „Keine Macht den Dosen“, appelliert Multiinstrumentalist Fritze – einer der vier Jungs, die im Quartett GlasBlasSing auf mehr als 400 unterschiedlich gestimmten Flaschen musizieren. Als Bandmitglied und Entertainer philosophiert er: „Im Haus des Glücks ist der Warteraum das größte Zimmer.“

„Hier wird alles frisch zubereitet“

Mit diesem Aphorismus starteten die in Berlin beheimateten Klangkünstler ihr Programm „Happy Hour“ am Donnerstag im Rahmen der Reihe Schlado. „Hier wird alles frisch zubereitet auf der Bühne. Hier wird nicht geschummelt“, versichert Andi, der gerade auf einer selbst konstruierten Doppelflaschen-Gitarre Klänge serviert hat. 

Der Sänger gesteht: „Wir nutzen allerdings ab und zu einen Looper.“ Andi erklärt schnell die Funktionsweise dieses elektronischen Effekts, der via Mikrochip bereits gespielte Passagen aufnimmt und in einer Endlosschleife reproduziert. Den ultratiefen Frequenzbereich ergänzend, kommt ein selbstkonstruierter Jazz-Bass zum Einsatz, einfallsreich erschaffen aus dem Korpus eines Ein-Gallonen-Wassertanks.

Musiker behelfen sich mit einem Minifläschchen Boonekamp

Die fließenden Variationen der Töne erfolgen mit Hilfe eines Minifläschchens Boonekamp, das die Saite mal verkürzt, mal verlängert. Eine geriffelte Retro-Fantaflasche – ein italienisches Top-Design der 1970er-Jahre – funktioniert prima als Latin-Fisch-Guiro. Fritze generiert darauf den perfekt schnarrenden Klang einer Ratschgurke. 

Flaschengeist Möhre, der Mann mit der orange-roten Mütze, präsentiert eine Bassdrum, die in mehrjähriger Arbeit aus einer Trinkwasser-Gallone und einem High-Hat-Stativ konstruiert worden ist. Nachdem der Pharrell-Williams-Song „Happy“ den jubelnden Saal choral erschließt, gewinnt in einem interaktiv ausgelosten Glücksrad-Wunschkonzert Zuhörer Torsten ohne „h“ den ersten Titel.

Zuhörerwünsche gehen in Erfüllung

GlasBlasSing interpretiert auf seine Bitte hin Leonard Cohens „Halleluja“. Auf Claudias Wunsch hin erklingt das populäre Tetris-Lied „Korobeiniki“ – übersetzt „Der Hausierer“. Als finale Zugabe erklingt Lionel Richies „Easy“, der Megahit der Commodores aus dem Jahr 1977. 

Mit einem ergreifenden Solo auf der Doppelflaschen-Gitarre, die sogar den Originalsound locker ersetzt, verabschieden sich die virtuosen Künstler, die einem begeistert zujubelnden Auditorium einen klaren Klangkosmos aus Flaschen geboten hatten.

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