Haller Straße: Radfahrer überholen verboten



Auf einem Abschnitt der Haller Straße in Isselhorst dürfen Radfahrer künftig nicht überholt werden. Das ist einmalig in Gütersloh.

Sicherheit für Radfahrer im Blick: (v. l.) Norbert Grüneberg, Christina Dohmen sowie die stellvertretende Fachbereichsleiterin Maria Rolfes und Ulrike Rosenthal mit dem neuen Schild an der Haller Straße. Das Schild steht gegenüber dem Dorfplatz. Foto: Dinkels

Gütersloh (din) - Der Radverkehr auf der Haller Straße ist ein Dauerthema in Isselhorst, nicht erst seit dem Umbau im vergangenen Jahr. Aber durch die Baumaßnahme ist es nicht besser geworden. Mit einem neuen Verkehrszeichen, weiteren Schildern und Piktogrammen auf der Straße will die Stadt Abhilfe schaffen.

Das Problem: Zwischen Isselhorster Straße und Dorfplatz ist die Haller Straße so schmal, dass sich Autofahrer und Radfahrer auf der Fahrbahn oft gefährlich nahekommen. Manche Radfahrer weichen deshalb von vornherein auf den Gehweg aus, um sich vor den Kraftfahrern zu schützen. Die Isselhorster Initiative Fahr-Rad-Aktiv moniert die Verhältnisse schon länger.

Im Rathaus wurde die Kritik zwar angenommen, aber immer auch darauf verwiesen, dass die Haller Straße aus Sicht von Polizei und Verwaltung kein Unfallhäufungspunkt sei. Gleichwohl hat die Verwaltung jetzt Anregungen der Initiative aufgenommen. 

Zusätzliche Piktogramme auf der Haller Straße weisen Radfahrern und Autofahrern den Weg. Der Gehweg bleibt Fußgängern vorbehalten, wie auf Schildern zu sehen ist. Bisher war nur an Autofahrer appelliert worden, beim Überholen von Radfahrern einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Jetzt ist das Überholen von Rad- und Kradfahrern zwischen Isselhorster Straße und Goldweg gänzlich verboten. Das neue Verkehrszeichen 277.1 heißt „Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen“. „Gerade hier bietet sich das aufgrund der Kurven in diesem Streckenabschnitt besonders an, um für die Sicherheit der Radfahrenden zu sensibilisieren“, erklärte Stadtsprecherin Susanne Zimmermann auf Nachfrage. 

Um allen Rad- und Autofahrern zu signalisieren, dass Radfahrer auf der Straße fahren müssen, wurden zwischen Isselhorster und Niehorster Straße in Abständen weitere Piktogramme auf die Fahrbahn gesprüht. Zusätzlich wurden die Gehwege mit dem Verkehrszeichen „Gehweg“ beschildert, um deutlich zu machen, dass Radfahrer dort nichts zu suchen haben. 

„Erster konstruktiver Schritt“

Bei einem Ortstermin am Dienstag besprachen Maria Rolfes, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Ordnung, und Vertreter der Fahrradinitiative die Maßnahmen. „Gut und hilfreich finden wir die Realisierung des Verkehrszeichens 277.1. Es ist ein erster konstruktiver Verkehrsversuch in den engen Straßen einer Gütersloher Stadtrandgemeinde“, erklärte Norbert Grüneberg. „Alles andere als glücklich“ sei die Initiative indes über die geringe Größe der Piktogramme und die großen Abstände. Da müsse nachgebessert werden. 

Ursprünglich hatte die Stadt laut Zimmermann beantragt, beidseitig einen Radfahrstreifen oder einen Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn zu markieren. „Aufgrund der insgesamt geringen Breite der Haller Straße hat das NRW-Verkehrsministerium diesem Vorhaben im Rahmen eines Modellversuchs nicht zugestimmt.“

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