Hydraulikhammer rammt Pfähle in den Boden



Damit die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer am Gütersloher Westring Halt bekommt, werden 48 Stahlbetonpfähle in die Erde getrieben. Bei den ersten hat das gut geklappt.

Hofft auf einen schnellen Fortgang der Arbeiten: Projektleiter Thorsten Siewert. Im Hintergrund der baumhohe Hydraulikhammer, mit dem die Pfähle in den Boden gerammt werden. Foto: Dinkels

Gütersloh (din) - Mit einer Schlagkraft von sechs Tonnen rammt der Hydraulikhammer die Stahlbeton-Pfähle in den Boden. Schlag auf Schlag, Zentimeter für Zentimeter. Acht bis zu zwölf Meter lange Gründungspfähle für die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Westring sind bis am Montag bereits versenkt worden. 48 werden es insgesamt sein.

Gern hätte man sich selbst ein Bild von dem Lärm und den Erschütterungen des Bodens gemacht, aber zum Pressetermin am frühen Nachmittag hatten die Mitarbeiter der Firmen Aarsleff Grundbau (Hamburg) und Peters-Bau aus Borsfleth (Schleswig-Holstein) ihr Tageswerk schon verrichtet. So muss sich der Reporter auf die Worte von Thorsten Siewert, Projektleiter für den Brückenbau im Fachbereich Tiefbau der Stadt, verlassen. Die Erschütterung spüre man in den Beinen, sagt er. Und: „Die Pfähle gehen gut rein.“ 

Der erste wurde am Freitag versenkt, am Montag sieben weitere. Am Abend sollte der Hydraulikhammer auf die andere Seite der Dalke gefahren werden, um dort seine Arbeit am Dienstag fortzusetzen. Am Mittwoch, wird der Westring zwischen 19 und 20 Uhr noch einmal gesperrt, wenn die Maschine erneut die Position wechseln muss. 

„Es ist eine Beweissicherung in allen Gebäuden im Umkreis von 40 Metern erfolgt“, berichtet Siewert. Alles sei dokumentiert, es gebe ein Gutachten. „Wenn Schäden auftreten, ist es wichtig zu wissen, woher sie kommen und wer dafür bezahlen muss“, so der Projektleiter. Auch aus eigener Erfahrung wisse er, es gebe keine Gebäude ohne Risse. 

Bis zu zwölf Meter lang sind die Stahlbeton-Pfähle. die in den Boden gerammt werden. Aber warum überhaupt dieses aufwendige Verfahren? Weil der Untergrund an der Dalke allein für die Fundamente nicht tragfähig genug sei, sagt Siewert. Auch die alte abgerissene Brücke sei zum Teil auf Pfählen gegründet gewesen. Man habe sie nach dem Abriss im Boden gelassen. Insgesamt werden zwölf Fundamente mit je vier Pfählen gegründet. 

Der Projektleiter hofft, dass Ende September, Anfang November die Fundamente gesetzt werden können. „Es muss ja weitergehen.“ Die ersten Brückenteile sollen noch in diesem Jahr zusammengeschweißt werden. Allerdings sei man bei einer Bemusterung in der vergangenen Woche mit dem Material noch nicht ganz zufrieden gewesen, so Siewert. 

Brücke wird ein Unikat

Gebaut wird die Brücke nach den Plänen des Büros Drewes und Speth im Verbund mit den Landschaftsarchitekten Lohaus und Carl, Hannover. Sie hatten 2019 den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen. Die Gesamtkosten bezifferte die Verwaltung zuletzt auf 4,78 Millionen Euro. 

Die Brücke wird eine Länge von 206 Metern und eine Breite von 3,70 Metern haben. Die Steigung beträgt maximal sechs Prozent, damit das Bauwerk barrierefrei zu nutzen ist. Daraus und aus der Höhe ergibt sich auch die Länge des Bauwerks. Es wird mit Spannweiten bis 30 Meter über die Bundesstraße 61 geführt. Siewert: „Diese Brücke ist ein absolutes Unikat.“

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