Kein Nachfolger für Spexarder Hausarztpraxis



Der Hausarzt Dr. Hermann Brune geht in Spexard in Rente - einen Nachfolger für die Praxis gibt es nicht.

In Spexard bleibt die Hausarztpraxis von Dr. Hermann Brune ab sofort geschlossen. Symbolfoto: dpa

Gütersloh (gl/rebo) - In Spexard schließt Dr. Hermann Brune (65) seine Hausarztpraxis. Einen Nachfolger gibt es nicht. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) informierte am Mittwoch auf ihrer Internetseite über die Schließung der Praxis zum Ende des Monats. Ab sofort bleibt die Praxis am Steinmerschweg also geschlossen. Auf Nachfrage vor einigen Wochen hatte Brune ausdrücklich betont, er wolle nicht, dass schon Wochen vor seinem Eintritt in den Ruhestand über die Entwicklung berichtet werde. Er befürchte, es komme sonst zu Unruhe unter seinen Patienten.

„Gehe glücklich in Rente“

Nach 30 Jahren gibt der Mediziner seinen Kassensitz auf und schließt seine Hausarzt-Praxis in Gütersloh. „Ich gehe glücklich in Rente – zusammen mit meiner Frau, die mir als leitende Medizinische Fachangestellte 30 Jahre lang den Rücken freigehalten hat“, betont Brune in der Mitteilung der KVWL. Zwar gebe es keinen Praxisnachfolger, aber die hausärztliche Versorgung in Gütersloh sei mit Blick auf die weiteren Praxen in der Stadt nach wie vor gesichert.

Im Ruhestand: Dr. Hermann Brune.

Mit dem Ausscheiden von Hermann Brune aus der aktiven Zeit als Hausarzt gibt es auch einen Wechsel an der Spitze der Bezirksstelle Bielefeld der KVWL. Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten haben ab heute neue regionale Repräsentanten. Hermann Brune übergibt nach sieben Jahren die Leitung der Bezirksstelle an Dr. Karl Stadtmann (61), Orthopäde in Bielefeld.

An der Spitze von 1400 Ärzten

Stadtmann steht für den Rest der laufenden Wahlperiode an der Spitze der rund 1400 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten, die in Bielefeld und im Kreis Gütersloh niedergelassen sind. „Gerne will ich mich in den kommenden Monaten für die Belange der Kolleginnen und Kollegen und für das Wohl der Patientinnen und Patienten einsetzen, um so die medizinische Versorgung in Bielefeld und im Kreis Gütersloh weiterhin zu sichern“, betont Stadtmann.

Leitet die Bezirksstelle der KVWL: Dr. Karl Stadtmann.

Dr. Wolfram Schaefer, Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Bielefeld, gibt sein Amt als Stellvertretender Bezirksstellenleiter ebenfalls nach sieben Jahren ab. Sein Nachfolger ist Dr. Klaus Hachenberg, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Gütersloh.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe gliedert sich laut Mitteilung in zwölf Bezirksstellen, die jeweils durch ein ärztliches oder psychotherapeutisches Mitglied ehrenamtlich geleitet werden. Die Bezirksstellenleiter vertreten die KVWL ortsnah und sichern umgekehrt die Anbindung der Regionen. Sie wirken mit an der Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung und sind für die Organisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Region verantwortlich.

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