Keine Flüchtlinge in der Gütersloher Mansergh-Kaserne


Nach Gütersloh kommen weniger Geflüchtete aus der Ukraine als anfangs angenommen. Das hat Konsequenzen.

Die Mansergh-Kaserne will die Stadt Gütersloh nicht mehr für die Unterbringung von Geflüchteten nutzen. Foto: Dinkels

Gütersloh (gl) - Aktuell kommen nach Angaben der Stadt etwa 10 bis 20 Menschen täglich aus der Ukraine, um in Gütersloh Schutz zu suchen. „Zurzeit stellt sich die Unterbringungssituation entspannter dar, als wir in den ersten Tagen nach Kriegsbeginn annehmen mussten“, erklärt Henning Matthes, Beigeordneter für Soziales bei der Stadt Gütersloh. Wenngleich eine Prognose noch immer schwierig sei, gehe die Stadt davon aus, dass die jetzt vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten und die kurzfristig herzurichtenden Gebäudekapazitäten ausreichen, um allen Geflüchteten Unterkunft zu bieten. 

Im Ausschuss für Soziales, Familien und Senioren gaben der Beigeordnete Henning Matthes und Roland Thiesbrummel als zuständiger Fachbereichsleiter am Donnerstag einen Zwischenbericht zur Unterbringungs- und Versorgungssituation der geflüchteten Menschen. In der Summe kommt die Stadt derzeit auf rund 1100 Plätze, die bereits jetzt oder kurzfristig als Unterkünfte verfügbar sind. Weitere 400 Plätze können aufgrund der Landeseinrichtung an der Englischen/Schottischen Straße auf die Aufnahmeverpflichtung der Stadt angerechnet werden. 

Herrichtung zu aufwändig

Zudem könnten mittelfristig bis zu etwa 100 weitere Plätze hergerichtet werden. Und auch diejenigen ehemaligen Britenhäuser an der Töpferstraße, die zurzeit noch für eine Quarantäne-Unterbringung vorgehalten werden, könnten – vorbehaltlich noch mit dem Kreis zu führender Gespräche – mindestens teilweise für eine Flüchtlingsunterbringung genutzt werden, teilt die Stadt mit. 

Vor diesem Hintergrund habe sich die Stadt entschlossen, die Herrichtung von Gebäuden auf dem Mansergh-Gelände aufzugeben. „Hier hat sich nach allen Prüfungen klar abgezeichnet, dass der Herrichtungsaufwand einfach zu umfangreich und zu aufwändig wäre“, so Henning Matthes. „Da wir mit den genannten Standorten ausreichend Kapazitäten haben, Menschen ad hoc gut unterzubringen, werden wir diese Möglichkeiten vorrangig nutzen.“ Als mögliche Reserve blieben die Häuser aber noch immer erhalten. Das sei mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) so besprochen. 

Alternative an der Buxelstraße

Weil die Unterbringungskapazitäten ausreichen, konnte auch die Sporthalle Spexard wieder für den Sport frei gegeben werden. Voraussichtlich Ende Juni, so ist geplant, soll auch die Sporthalle des Carl-Miele-Berufskollegs, die zurzeit als Erstunterbringung genutzt wird, wieder frei gezogen werden. Eine Erstaufnahme soll dann in einem Gebäude an der Buxelstraße stattfinden, das die LWL-Klinik zur Verfügung stellt. 

Thiesbrummel und Matthes nahmen in der Sitzung auch Bezug auf die Unterbringungsstrategie der Stadt, von der Erstaufnahme in einer Sporthalle (maximal eine Woche) über die Unterbringung in den hergerichteten Unterkünften bis zur Vermittlung in eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt. Diesen Part hat die Stadt an die Diakonie übergeben. Sie hat das „Wohnraum-Matching“ zwischen Geflüchteten und privaten Anbietern von Wohnraum übernommen, wozu auch Beratung und Begleitung gehören. 10 Wohnungsangebote in bislang leerstehenden Wohnungen oder Häusern stehen hier zurzeit aktuell auf der Liste, 30 wohnungssuchende ukrainische Haushalte sind registriert. 

Dank an alle ehrenamtlichen Helfer

Großen Dank sprachen Matthes und Thiesbrummel den „vielen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen aus“, die in vielen Bereichen unterstützen - von der Hilfe bei der Erstausstattung bis zu zur Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und vielem mehr. 

Stand 12.Mai sind 907 kriegsvertriebene Personen aus der Ukraine in Gütersloh registriert, 586 davon in städtischen Unterkünften untergebracht, 321, rund 35 Prozent, privat. Eine weitere ungekannte Anzahl sei privat bei Verwandten oder Bekannten untergekommen und nicht registriert, heißt es.

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