Leitungen gefährdet: Bertelsmann muss mehr als 40 Bäume fällen


Um Beschädigungen an Gas- und Stromleitungen zu verhindern, müssen bei Mohn Media und Sonopress mehr als 40 Bäume gefällt werden. 

Grundlage für die Baumfällungen an Marthastraße und Doherrmanns Höhe ist das Merkblatt DVGW GW125-B1 (M) aus dem Jahr 2016, das den Handlungsbedarf bei sogenannten Baumwurzel-Rohrleitungs-Interaktionen regelt. Foto: Bojak

Gütersloh (gl) - Aufgrund gesetzlicher Vorgaben müssen an der Marthastraße und der Doheermanns Höhe in Gütersloh entlang der nördlichen Grundstücksgrenzen von Mohn Media und Sonopress mehr als 40 Bäume gefällt werden. Die betroffenen Bäume stehen auf oder in unmittelbarer Nähe einer Gasleitung sowie mehrerer 10-kv-Stromleitungen, die die beiden Unternehmen mit Erdgas und Energie versorgen.

Intensive Wurzelbildung

Nach Angaben der Bertelsmann Printing Group (BPG) wurde in diesem Jahr bei Probeschachtungen eine intensive Wurzelbildung der Bäume in Richtung der Leitungen festgestellt. Die Folge: Um eine mögliche Beschädigung insbesondere der Gasleitung auszuschließen und damit die Sicherheit der Menschen, die dort wohnen und arbeiten zu gewährleisten, müssten die Bäume entfernt werden. 

Das Grünflächenamt der Stadt Gütersloh habe die dafür notwendige Befreiung von der Städtischen Baumschutzsatzung inzwischen erteilt. Regulative Grundlage für diese Maßnahme sei das Merkblatt DVGW GW125-B1 (M) aus dem Jahr 2016, das den Handlungsbedarf bei sogenannten „Baumwurzel-Rohrleitungs-Interaktionen“ regele.

Sperrungen und Halteverbote

Die Maßnahme wird Unternehmensangaben zufolge im Zeitraum vom 5. bis zum 7. Dezember durchgeführt. Während dieser Zeit könne es an den beiden Straßen zu Behinderungen bis hin zu temporären Sperrungen oder Halteverboten kommen. 

„Die Intention der Mitarbeiter, die die Bäume vor mehr als 30 Jahren gepflanzt haben, war es, den etwa fünf Meter breiten Grenzstreifen zu begrünen und angemessen zu gestalten“, so Andreas Henrichs, Umweltbeauftragter von Mohn Media. „Das wir jetzt aufgrund gesetzlicher Vorgaben gezwungen sind, die Bäume wieder zu entfernen, tut uns sehr leid, ist aber aufgrund der möglichen Gefährdungslage leider nicht zu verhindern.“

Ersatzbepflanzung geplant

Die Projektverantwortlichen der Unternehmen stehen im Austausch mit dem Grünflächenamt der Stadt Gütersloh, um eine angemessene Ersatzbepflanzung auf einer noch zu bestimmenden Fläche sicherzustellen. 

Henrichs: „Bei dem Konzept zur Ersatzbepflanzung, an dem wir derzeit arbeiten, werden wir natürlich einerseits die gesetzlichen Vorgaben berücksichtigen und uns andererseits darauf konzentrieren, neue Bäume zu pflanzen, die gut auf die Bedingungen des Standorts angepasst sind. Zudem werden wir uns natürlich darum kümmern, den Grünstreifen an der Marthastraße und der Doheermanns Höhe angemessen neu zu gestalten.“

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