Morkes ruft Gütersloher auf, sich impfen zu lassen



Es ist ein dramatischer Appell: Bürgermeister Norbert Morkes (BfGT) ruft alle Gütersloher auf, sich impfen zu lassen.

Herzliche Bitte: Bürgermeister Norbert Morkes (BfGT). Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh (din) - Bürgermeister Norbert Morkes (BfGT) appelliert im Internet an alle Gütersloher, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. In einem Video in den digitalen Netzwerken, das vor der Intensivstation des Klinikums Gütersloh entstanden ist und ihn in einem OP-Hemd zeigt, macht das Stadtoberhaupt auf eine dringliche Lage aufmerksam. 

„Wir befinden uns in einer Situation, die mehr als kritisch ist. Wir sind mit unseren Inzidenzen in Gütersloh weit über dem NRW-Durchschnitt“, erklärt der Bürgermeister. Es gehe darum, Leben zu retten und das Personal zu entlasten, das längst am Limit sei. 

Morkes: „Es geht nicht nur um euer Leben, es geht auch um das Leben der anderen. Ich kann euch wirklich nur ganz, ganz dringend bitten, geht impfen, lasst euch impfen, ob es die Anschlussimpfung ist oder ob es die Erstimpfung ist.“  

Stadtoberhaupt findet drastische Worte

Das Stadtoberhaupt findet drastische Worte. Er wolle nicht irgendwann an einem Grab stehen... „Wir bitten euch, lasst euch impfen. Denn es geht um Leben“, betont Morkes. 

Dr. Fikret Er, Leiter Kardiologie und Intensivmedizin im Klinikum, berichtet im Video von fünf Patienten, die zum Zeitpunkt des Drehs auf der Intensivstation versorgt würden. Drei davon müssten beatmet werden. Alle fünf Patienten befänden sich in einem kritischen Zustand. 

Seit geraumer Zeit würden im Klinikum planbare Operationen verschoben. „Wir haben regelmäßige Krisenstabssitzungen, in denen wir beschließen, wie viele Operationen noch durchgeführt werden können, um Intensivkapazitäten freihalten zu können“, berichtet der Mediziner. 

Am Tag des Drehs seien vier Patienten mit einem Herzinfarkt ins Klinikum eingeliefert worden. Alle bräuchten ein Intensivbett und seien gerettet worden. „Dass wir diese freien Betten nicht ständig vorhalten können, muss jedem Bürger klar sei“, erklärt der Chefarzt. 

„Körperliche und die psychische Belastung sehr hoch“

Gezeigt wird im Video auch ein Tisch mit einer Reihe von Medikamenten, die für die Akutversorgung erforderlich sind. Die Reaktion auf die Impfung sei ähnlich wie die Reaktion des Körpers auf eine Infektion, so Fikret Er. Bei einer Infektion müssten Patienten darüber hinaus mit einem multiplen Organversagen rechnen. 

Ilka Hölscher, pflegerische Leiterin auf der Intensivstation: „Die körperliche und die psychische Belastung, Corona-Patienten zu betreuen, ist sehr, sehr hoch. Man steht jeden Tag am Bett, ringt um Leben, was sehr, sehr schwer ist.“ Außerdem müssten Betten „geschlossen“ werden, weil kein Personal mehr vorhanden sei. Hölscher: „Ich bitte alle, sich impfen zu lassen, und nicht nur auf dem Balkon zu stehen und zu klatschen.“

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