Projektentwickler: „Wollen Hotel in Gütersloh bauen“



Trotz aller Schwierigkeiten will der Projektentwickler für das Hotel an der Barkeystraße in Gütersloh festhalten.

Ein Hotel mit knapp 130 Zimmern und ein Parkhaus mit 110 Stellplätzen stehen nach wie vor auf der Agenda. Beim Gebäude muss – wenn es denn irgendwann gebaut wird – wegen der ausbleibenden Förderung energetisch vermutlich abgespeckt werden. Das will aber keiner.

Gütersloh (din) - „Wir wollen das Projekt umsetzen. Ich arbeite seit Jahren an diesem Projekt und möchte es gemeinsam mit der Stadt realisieren. Ein Hotel mit einem Parkhaus ist die einzig richtige Lösung für diesen Standort.“ Mit diesen Worten hat der niederländische Projektentwickler Henk Hulsebos am Freitag auf Anfrage seine Absicht bekräftigt, an dem Vorhaben an der Barkeystraße festzuhalten. 

Dort will er neben Theater und Stadthalle ein Hotel bauen, das Ensemble soll einen Dreiklang bilden. Im Übrigen bestätigte er die Aussagen von Bürgermeister Norbert Morkes (BfGT) und des Beigeordneten Andreas Kimpel vom Vortag. In der augenblicklichen Situation sei es fast unmöglich, Banken und Investoren für ein Hotelprojekt dieser Größe zu finden. „Das hat nichts mit der Bonität unserer Gesellschaft zu tun“, betonte Hulsebos. 

„Investoren muss man mit der Lupe suchen“

Seit 25 Jahren sei er als Investor auf dem deutschen Immobilienmarkt unterwegs, sagte Hulsebos. Aktuell gebe es Bauvorhaben in Dorsten, Mönchengladbach und Remscheid. Ein Hotel habe er zuletzt in Essen entwickelt, das 2016 geöffnet habe. Er habe die Finanzkrise 2007/08 miterlebt, von der sich Deutschland schneller als andere Länder erholt habe. Hotels zu finanzieren, sei interessant gewesen. „Dann kam Covid, und der gesamte Hotelmarkt war geschlossen.“ Banken hätten sich aus der Finanzierung zurückgezogen. Das habe sich bis heute nicht verbessert.

Ohne Banken gebe es auch keine Endinvestoren, die schließlich ein Hotel übernehmen, wie zum Beispiel eine Fondsgesellschaft. „Die müssen Sie mit der Lupe suchen“, sagte Hulsebos. 

Ein weiterer Punkt sei der Wegfall der KfW-Förderung. Geplant habe man ein ökologisch besonders nachhaltiges KfW-40-Gebäude mit Photovoltaikanlage auf dem Dach. „Das Programm brauchen wir, um die erhöhten Kosten zu finanzieren.“ 

Steigende Preise und Zinsen

Ein dritter Punkt seien die allgemein steigenden Baukosten. Hinzu kämen jetzt noch steigende Finanzierungszinsen. „Viele Projekte werden auf Eis gelegt“, sagte der Projektentwickler. Und mit Blick auf den Krieg: „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Produkte aus der Ukraine kommen.“ 

Und wie geht es weiter? „Wir werden uns weiter mit der Stadt abstimmen“, sagte Hulsebos. Aktuell arbeite man daran, noch fehlende Unterlagen zum Bauantrag nachzureichen, etwa zur Lüftung. Außerdem versuche er „dringend“, eine Finanzierung zu bekommen. Nach den Ferien soll es ein erneutes Gespräch mit der Verwaltung geben. 

Der Betreiber sei weiter an Bord, der Mietvertrag zu 95 Prozent ausverhandelt, so Hulsebos. Das Haus soll unter der Marke Hampton by Hilton firmieren.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.