Raphael Tigges zu Gast bei Gütersloher Sozialdienst


Was macht eigentlich der Sozialdienst katholischer Frauen? Die Antworten auf diese Frage hat sich Raphael Tigges vor Ort geholt.

Sprachen über Präventionsarbeit und Sozialberatung: (v. l.) Delia Spexard, Astrid Peters, Beate Dembkowski, Anja Voß-Brink, Julia Mallowitz, die stellvertretende Vorsitzende Jutta Schmitz-Bücker und Raphael Tigges (CDU).

Gütersloh (gl) - Die Probleme der Menschen werden laut einer Mitteilung immer komplexer. Das merke auch der Gütersloher Ortsverein des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF). Jüngst hat sich der heimische Landtagsabgeordnete Raphael Tigges (CDU) bei einem Besuch des SKF, Unter den Ulmen, über die Angebote des Vereins sowie über die Ideen und Sorgen der Mitarbeiterinnen und über Finanzierungsfragen informiert.

Raphael Tigges: „Es ist toll zu sehen, was sich hier entwickelt hat“

„Es ist toll, zu sehen, was sich hier entwickelt hat und welche Hilfsangebote die 13 Mitarbeiterinnen anbieten“, erklärte Tigges. Zuvor hatten die Frauen den Betreuungsverein, die Sozialberatung, das Haus der Familie, den Kinderkleiderladen „Ringelsöckchen“ sowie das Café und den Caritasladen Franz & Carla des Sozialdienstes erläutert. 

SKF-Geschäftsführerin Beate Dembkowski machte keinen Hehl daraus, dass die Finanzierung der Sozialdienst-Leistungen zu einem großen Teil schwierig sei. „Die Sozialpolitik setzt vielfach am falschen Ende an. Es werden viele Transferleistungen für die Finanzierung von Notständen ausgegeben. Aber die Präventionsarbeit wird zu wenig investiert“, sagte sie.

„Sozialberatung ist chronisch unterfinanziert“

„Beratung muss viel früher ansetzen, um Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe, psychische Erkrankungen und Armut zu verhindern. Das ist nicht nur eine menschliche, sondern auch eine monetäre Überlegung, weil dadurch schwere, dauerhafte und teure Sozialfälle vermieden werden. Vor allem die allgemeine Sozialberatung, die in dieser Form nur vom SKF angeboten wird und viele Missstände wie Trennungsthemen, Arbeitslosigkeit oder Wohnsituation auffängt, ist chronisch unterfinanziert“, sagte Dembkowski. 

Sie erläuterte außerdem, dass durch Präventionsangebote Einsparungen bei Sozialleistungen sowie Lohnfortzahlungs- und Krankheitsfolgekosten erzielt werden könnten. Diejenigen, die von Prävention profitierten, sollten daher auch an den Kosten beteiligt werden, so ihre Ansicht. Es seien Ausgaben, die sich rentierten. Unterm Strich bleibe mit Sicherheit ein finanzielles Plus. 

Psychosoziale Beratungsstelle in Planung

Trotz der finanziell angespannten Situation plane der SKF ein weiteres Angebot, das weder von der Stadt noch vom Kreis Gütersloh vorgehalten werde: eine psychosoziale Beratungsstelle. „Um diese realisieren zu können, müsste sie aber sicher und ausreichend refinanziert sein“, erklärte Dembkowski. „Diese Investition rechnet sich für Stadt und Kreis. Sie könnten sich die Kosten teilen. Es kostet die Stadt und den Kreis viel mehr, wenn sie nicht investieren. Das ist nicht nur ein soziales, sondern auch ein wirtschaftliches Thema. Wir werden deshalb das Gespräch suchen“, so Dembkowski weiter. 

Zum Ende des Gesprächs versprach Tigges, die vorgebrachten Ideen und Kritikpunkte mit in die zuständigen Gremien auf Landesebene und in der Stadt zu nehmen.

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