Schlaganfall trifft schon Kinder



Gütersloh (jed). Max ist 15 Jahre alt. In drei Jahren will der Schüler des Schloß-Holter Gymnasiums sein Abitur in der Tasche haben. Im Unterschied zu seinen Klassenkameraden muss der Schüler dabei mit einem gewaltigen Handicap fertig werden – einem Schlaganfall.

Scheck übergeben: (v. l.) Rouven Böser (Abteilungsdirektor Commerzbank Ostwestfalen), Tobias Schäfer (Commerzbank Gütersloh), Max Ackermann (Kinderbotschafter Deutsche Schlaganfall-Hilfe) und Dr. Brigitte Mohn (Vorstandsvorsitzende Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe).  Bild: Dünhölter

Im frühen Kindesalter wurde Max Ackermann von der lebensprägenden Krankheit betroffen. Die motorischen und kognitiven Folgen sind bis heute spürbar. In einem dreiminütigen Einspieler, der am Montag bei SAT 1 unter dem Titel „Ein Schicksalsschlag – Die Mutmacher“ ausgestrahlt wurde, erzählt der 15-Jährige: „Manchmal frage ich mich, wieso ich das alles auf mich nehmen muss. Viele meiner Mitschüler mögen mich nicht, einige mobben mich sogar. Manchmal möchte ich deshalb alles hinschmeißen.“

Auch in den Schulfächern sind die Auswirkungen der Krankheit Tag für Tag spürbar. Während Max das Fach „Deutsch“ noch „richtig Klasse“ findet, macht ihm Mathematik aufgrund der Behinderung Schwierigkeiten.

Unterstützt wird Max in seinem Bemühen, ein normales Leben zu führen, von der Stiftung-Deutsche Schlaganfall-Hilfe, deren Kinder-Botschafter er auch ist. Die Vorstandsvorsitzende Dr. Brigitte Mohn gab dem 15-Jährigen am Mittwoch das Versprechen: „Wenn du dein Abitur in der Tasche hast, feiern wir das richtig groß.“

Max hat Glück gehabt und sich trotz vieler Schwierigkeiten und Widrigkeiten in den Alltag zurück gekämpft. Andere Betroffene haben diesen Weg noch vor sich. Ihnen nicht nur mit Rat und Tat, sondern in allen lebensbegleitenden Schritte zur Seite zu stehen, ist das Ziel der Stiftung. Als neuestes Projekt hat sie in Kooperation mit der Universität Münster, der psychologischen Kinderambulanz der Uni Bremen sowie dem Neurologischen Rehabilitationszentrum Bremen Friedehorst in Friedehorst das „Versorgungszentrum kindlicher Schlaganfall“ aus der Taufe gehoben.

Ab 1. August steht ein ausgebildeter „Lotse“ Eltern, Kindern, Medizinern aber auch in allen Fragen rund um Entwicklung, Schulwahl, Geschwisterkinder, Einschulung, Schulform oder Berufsalltag zur Verfügung. Brigitte Mohn: „Wir versuchen damit, die Startchancen in ein selbstbestimmtes Leben zu erhöhen.“ Rund 50 000 Euro Euro werden für das Pilotprojekt benötigt.

10 000 Euro hat am Mittwoch das Kuratorium der Commerzbank-Stiftung als Spende beigesteuert. Rouven Böser, Abteilungsdirektor Commerzbank Ostwestfalen und selbst zweifacher Vater, stellte klar: „Für Eltern ist es ein beruhigendes Gefühl, dass die Stiftung im Notfall zur Seite steht.“

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