Speichelspuren belasten Arzt aus Oelde schwer


Ein DNA-Gutachten belastet den Arzt aus Oelde schwer. Er soll drei Frauen vergewaltigt haben. In seiner Wäsche wurden DNA-Spuren eines seiner Opfer gefunden.

Am Bielefelder Landgericht wird heute der Prozess gegen einen Arzt aus Oelde fortgesetzt, der am Gütersloher St.-Elisabeth-Hospital mehrere Frauen vergewaltigt haben soll. Foto: Bussieweke

Gütersloh (gl) - Die Ergebnisse eines Gutachtens belasten den ehemaligen Anästhesisten des St.-Elisabeth-Hospitals. In der Wäsche, die der Mann bei seiner Verhaftung trug, wurden sowohl Speichelspuren eines der Opfer als auch DNA-Anhaftungen des Arztes selbst gefunden.

Die vom Landeskriminalamt (LKA) beauftragte Gutachterin aus Düsseldorf erläuterte am Montag vor der zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Bielefeld, welche Ergebnisse die Untersuchung im Labor gebracht hatten. Die Ermittler hätten außer den Boxershorts, die der Arzt bei der Verhaftung getragen hätte, auch Wäsche und Socken aus dem Rucksack des Angeklagten zum Spurenabgleich übergeben, berichtete die Gutachterin. Zudem seien Abriebproben von den Händen des Mannes sowie Abstriche   analysiert worden.

Unterschiedliche Analysemethoden

Die Proben seien mit unterschiedlichen Methoden untersucht worden, um eine größtmögliche Genauigkeit der Ergebnisse zu erzielen, erklärte die Molekularbiologin. Bei Sexualdelikten führe das Labor eine y-chromosomale Detektion durch, um die vorhandene weibliche DNA eindeutig von der männlichen unterscheiden zu können. Mit der differentiellen Analyse lasse sich die optimale Trennung der DNA von Opfer und Täter erreichen.

Anhaftung in der Wäsche

Die Probenanalyse der Anhaftung aus der Wäsche habe ergeben, dass es sich um DNA-Material des Angeklagten und um Speichelmaterial der Geschädigten handele, sagte die Gutachterin.

Patientin erstattete Anzeige

Die Patientin, die am St.-Elisabeth-Hospital operiert worden war, hatte den Anästhesisten angezeigt, weil er sie nach der OP mit einem Betäubungsmittel sediert und sexuell missbraucht haben soll. 

Speichel und weitere DNA am Krankenhemd

Auch von der 37-Jährigen wurden Abstrichproben entnommen. Auch das Patientinnenhemd der Klinik, das die 37-Jährige nach der Operation trug, war im Labor untersucht worden. Ein Fleck auf der linken Schulter des Kleidungsstücks war bei den ersten Ermittlungen aufgefallen. Auch bei der Analyse dieser Probe habe sich ergeben, dass es sich um eine geringe Menge DNA-Material des Angeklagten und Speichel des Opfers handeln müsse. 

Arzt streitet Vorwürfe ab

Der 43-jährige Arzt aus Oelde hat bis jetzt abgestritten, die Frauen sexuell missbraucht zu haben. Bei seiner Einlassung zu den Vorwürfen hatte er erklärt, dass er nicht mit den Patientinnen allein gewesen sei, um die ihm vorgeworfenen Taten zu begehen. 

Anwältin zieht andere Möglichkeiten in Betracht

Am Montag fragte Anne Patsch, Verteidigerin des Angeklagten, ob die DNA-Spuren in den Boxershorts ihres Mandanten nicht auf andere Weise dorthin gelangt sein könnten. Die Gutachterin antwortete, das sei eher unwahrscheinlich.

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