Zentrum unterstützt Patienten in Gütersloh


Das Schlaganfallberatungszentrum im St. Elisabeth-Hospital unterstützt auch Angehörige von Erkrankten. Anja Heibrock hilft mit Angeboten.

Seit einer Woche wieder geöffnet: Anja Heibrock leitet das Schlaganfallberatungszentrum im Gütersloher St.-Elisabeth Hospital, ein Förderprojekt der Bürgerstiftung.

Gütersloh (gl) - „Nicht nur die Betroffenen, auch deren Angehörigen schotten sich ab, versuchen, allein mit der Situation klar zu kommen und stoßen dabei kräftemäßig schnell an ihre Grenzen. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen und diese auch anzunehmen“, sagt Anja Heibrock. 

Öffnung nach der coronabedingten Schließung

Sie leitet das Schlaganfallberatungszentrum im St.-Elisabeth-Hospital. Monatelang war das Zentrum coronabedingt geschlossen. Nun ist es wieder geöffnet – immer mittwochs von 10 bis 18 Uhr. Anja Heibrock weiß aus Erfahrung, dass ein Schlaganfall von einem Moment auf den nächsten alles verändert – für den Patienten ebenso wie für dessen Familie. 

Ganz plötzlich sind sie da, die Lähmungserscheinungen, die massiven Unsicherheiten beim Gehen, oder auch Seh- und Sprachstörungen. Dabei verursacht der „Schlag“ (Hirninfarkt, Apoplex) aufgrund einer Durchblutungsstörung oder einer Blutung im Gehirn nicht nur momentane Ausfälle bestimmter Fähigkeiten, sondern hat oft langwierige und vor allem schwerwiegende körperliche und kognitive Schäden zur Folge. 

Zahlreiche Folgen eines Schlaganfalls

Die Akuthilfe in einer „Stroke Unit“ ist das eine. Aber wie man nach dem Krankenhausaufenthalt und der Reha zuhause mit den Folgen des Schlaganfalls zurechtkommt, wo und wie man Hilfen und Unterstützung bei der häuslichen Versorgung oder bei Behördengängen bekommen kann, das ist etwas ganz anderes. Genau da setzt Anja Heibrock an. 

Offene Fragen für Angehörige

„Während der Behandlung in der Klinik bleiben trotz aller Aufklärung immer wieder Fragen offen. Oft zeigt sich erst nach Wochen, welche logopädischen oder physiotherapeutischen Hilfen der Patient benötigt“, sagt die Fachfrau. Und: Jeder Betroffene braucht seine Zeit zur Verarbeitung, und um sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Anja Heibrock hört zu, berät kostenlos und wird individuell aktiv. 

Hilfestellungen für Patienten

Sie informiert über Betreuungsangebote, nennt Hilfen im Alltag, liefert Wissenswertes über Therapien, Selbsthilfe- oder Sportgruppen. Sie vermittelt die Betroffenen bei medizinischen oder sozialen Problemen an Experten weiter und ist auch für die Angehörigen der Patienten da, wenn sie sich von der Situation überfordert fühlen. 

Heibrock hilft mit Angeboten

Vor zwei Jahren hat die Bürgerstiftung in Kooperation mit dem Hospital das Projekt als offenes Beratungsbüro auf den Weg gebracht – auch für Betroffene, die in anderen Kliniken versorgt worden sind. Oder für Interessenten, die sich prophylaktisch über das Thema und Risikofaktoren informieren möchten. Denn vom „Schlag“ getroffen werden kann jeder.  Egal ob alt oder jung. Nähere Infos auch per E-Mail an anja.heibrock@sankt-elisabeth-hospital. de oder unter 0151/43166487.

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