Gymnasium Harsewinkel veranstaltet Projekttage


Alltagskompetenz und Selbstständigkeit stärken. Dinge, die im normalen Unterricht zu kurz kommen. Das Gymnasium Harsewinkel hat eine Lösung.

Weidenkörbchen haben (v. l) Romy, Madina und Annik aus der Klasse 5c auf dem Flur vor ihrem Klassenzimmer geflochten. Foto: Grund

Harsewinkel (gg) - Kunststofffolie aus Speisestärke, selbst gemachte Seife, Miniaturtheater, Expertenvorträge, Fachexkursionen, Akrobatik und jede Menge normaler Schulalltag haben von Montag bis Mittwoch die Projekttage am Gymnasium Harsewinkel erfüllt. 

750 Schüler nehmen teil

Rund 750 von 900 Schülern haben sich in verschiedenen Gruppen und Klassenverbänden an unterschiedlichen Projekten, profilbezogenen Arbeitsgruppen, Vorträgen und Führungen beteiligt. Der Rest war mit Klausuren beschäftigt. „Nach fast anderthalb Jahren pandemiebedingter Pause haben wir uns entschieden, unter Einhaltung aller Coronaschutzmaßnahmen, die Projekttage in diesem Jahr wieder anzubieten“, erklärte Projektleiter Dr. Lars Zumbansen, didaktischer Leiter, Fachkoordinator Kunst am Gymnasium.

 Gemeinsam mit Schulleiter Lambert Austermann und den Kollegen wollte er mit den Projekttagen unter dem Motto „Schulleben trotz alledem“ den Schülern wieder einen Besuch außerschulischer Lernorte ermöglichen. Zudem sollten durch die Einbindung externer Experten auch neue Impulse für die pädagogische Arbeit aufgezeigt werden. Mit den Projekttagen werde den Schülern gleichzeitig ein Blick über den Tellerrand des Systems Schule ermöglicht, so Zumbansen. 

Alltagskompetenz und Selbstständigkeit stärken

Durch das Aufbrechen des Fachunterrichtes solle den Schülern ein größtmöglicher Entfaltungs- und Erfahrungsraum rund um Kreativität, Gestaltung, Wahrnehmungen, Alltagskompetenzen, Selbstständigkeit und Lernen geboten werden. Dabei werde auch nach außen deutlich gemacht, dass Lehrer und Schüler nicht ausschließlich im geschützten Mikrokosmos Schule verharren möchten, sondern ein großes Interesse an einer fachunterrichtlichen und pädagogisch geprägten Öffnung als Lern-, Lebens- und Erlebnisraums hätten. 

So solle die Lust am Lernen gefördert werden, wie Schulleiter Lambert Austermann und Lars Zumbansen betonen. Und so sieht das in der Praxis aus: In allen Ecken des Gymnasiums wuselten Schüler umher. Ein englischsprachiger Theaterworkshop für die 7., 8. und 9. Klassen. In der 6d findet ein Tag der Achtsamkeit statt und die 6a übt Reanimation. Es gibt Roboter-Programmierung und ein Besuch im Teuto-Lab Bielefeld für die Jahrgangsstufen 8 und 9. Aber auch der Workshop Poetry Slam (9d) sowie Kleinbühnenbau, Weidenflechten und Akrobatik (5c) sind im Angebot.

Von sprachlichen Themen bis zu naturwissenschaftlichen

Figuren und Bühnen im Miniformat: Fiene (links) und Anni zeigen das Ergebnis ihrer Arbeit. Die Märchenfiguren haben sie für ein Mini-Theaterspiel gebastelt haben.Es finden nicht nur lustige Bastelkurse statt, sondern auch welche mit einem ernsten Hintergrund. Für die Jahrgangsstufe EF (Einführungsphase) zum Beispiel ein Workshop zum Thema Suchtprävention. Andere Schüler unternehmen eine Exkursion zum Thema Meeresbiologie der Uni Bielefeld oder einen Besuch des Theater Gütersloh (8d). Die Bandbreite der Angebote reichte von sprachlichen über wirtschaftliche bis hin zu naturwissenschaftlichen und kulturellen Themen. Unter anderem wurden Kompetenzen, selbstständiges Lernen, Teamfähigkeit, Wahrnehmung oder Verstehen vermittelt. 

Schulleiter Lambert Austermann betonte, dass es bei den Projekttagen nicht darum gehe, den Schülern eine lockere Abwechslung vom Schulalltag zu bieten, sondern eine fächerübergreifende, fachliche Nutzung zu erreichen. Dazu gehörte, dass alle Angebote im Unterricht vor- und zum Abschluss nachbearbeitet würden. 

Großes Interesse am Chemieprojekt

Großes Interesse habe an dem nachhaltigen Chemieprojekt bestanden. Zusammen mit Fachlehrerin Urte Rose de Vries und der ehemaligen Chemielehrerin Heike Bischoff haben die Mädchen und Jungen umweltfreundliche Naturblockseifen hergestellt und Tonseifenschalen modelliert und gebrannt. Bei der Erarbeitung und Aufführung eines englischsprachigen Theaterstücks „Ada Twist and the Perilous Pants“ zum Thema Klimaschutz, unter Leitung der Englischlehrerinnen Armgard Scherbarth, Lina Banik und Irina Nachtigäller, wurde außerdem der Erfolg des bilingualen Unterrichts deutlich.

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