Harsewinkeler Spielplatz soll barrierefrei werden



Der Spielplatz im Moddenbachtal ist ein beliebter Anlaufpunkt - und damit als Pilotprojekt für eine barrierefreie Umgestaltung geeignet.

Viel Potenzial, aber es geht noch besser: Während Landschaftsarchitekt Daniel Wilker die Ausstattung des Spielplatzes am Moddenbachtal lobte, fehlt es an barrierefreien Zugängen zu den Spiel- und Verweilstätten. Foto: Klotz

Harsewinkel (jk) - Es soll sich etwas tun in Sachen Barrierefreiheit am Abenteuerspielplatz im Moddenbachtal. Das signalisierte der Umwelt- und Klimaschutzausschuss am Dienstagabend einstimmig und gab dem Beschlussvorschlag somit grünes Licht.

Ursprünglich hatte die CDU-Fraktion den Umbau von drei Spielplätzen im Stadtgebiet angeregt. In der Vorlage der Verwaltung wurde nach Rücksprache mit einem Planungsbüro der Vorschlag eingebracht, mit dem Spielplatz im Moddenbachtal ein Pilotprojekt zu starten. Landschaftsarchitekt Daniel Wilker (Kortemeier & Brockmann) zeigte dabei eine mögliche Vorgehensweise auf. 

Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt

„Ein integrativer Spielplatz, besteht aus sechs Bausteinen: barrierefreie Zugänge, ein vernetzendes Wegesystem, der Erreichbarkeit von Spiel- und Verweilstätten, den Sinnes- sowie Bewegungserfahrungen und den sozialen Aspekten“, so Wilker. Zur Prüfung dieser Bausteine hatte er den Spielplatz vorab für eine Stärken-Schwächen-Analyse besucht.

„Positiv hervorzuheben sind die bereits vorhandenen Spielgeräte mit ihren unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und die Aufenthaltsmöglichkeiten, die jeweils beschattet liegen.“ Der große Nachteil sei allerdings, dass weder die Spielgeräte noch die Verweilstätten barrierefrei erreichbar seien. 

Spielplatz soll von jedem Kind genutzt werden können

„Um die Spielgeräte ist nur Sand, und auch die Bänke stehen selten in direkter Nähe, so dass eine Begleitperson lange Strecken zurücklegen müsste, wenn sie gebraucht wird.“ Anhand verschiedener Beispiele zeigte er dann den Anwesenden, wie Barrierefreiheit mithilfe von etwa befestigten Rundwegen gelingen kann. „Barrierefrei heißt nicht, dass jedes Kind jedes Spielgerät selbstständig oder mit Hilfe erreichen kann“, erklärte Daniel Wilker. „Unser Ziel ist ein Spielplatz, der von allen Kindern gleichwertig genutzt werden kann.“

Der Grad der Barrierefreiheit sowie die Ortsgegebenheiten geben dann auch die Kosten für die Umgestaltung vor. „Es ist schwierig vorab konkrete Summen zu nennen“, so Wilker auf Nachfrage von Klaus Thiemann (CDU). 

Konzept muss ausgearbeitet werden

Klar sei aber, versicherte Guido Linnemann von der Verwaltung, dass die für die Planung von drei Spielplätzen veranschlagten Mittel von 42 000 Euro nicht erreicht würden. Zudem wolle man sich auch um Förderungen bemühen, ergänzte Reinhard Pawel (Verwaltung) auf die Frage von Edgar Gerbaulet (Grüne). Dafür sei aber ein fertiges Konzept von Nöten. „Mit Andeutungen kommen wir nicht weit.“

Für das Planungsbüro fängt die Arbeit nach der positiven Rückmeldung jetzt erst richtig an. Noch vor dem nächsten Ausschuss im November wollen sie eine Nutzerbefragung vor Ort durchführen und auf dieser Grundlage im Optimalfall drei verschiedene Konzepte zur Vorlage ausarbeiten.

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