Im Marienfelder Telgenbusch werden 700 Bäume gepflanzt



Nachdem im Telgenbusch in Marienfeld Anfang 2022 kaputten Lärchen gefällt werden mussten, wird dort jetzt nachgepflanzt.

Nachdem die kaputten Bäume auf der Fläche weichen mussten, pflanzt Kilian Rübsamen aus Gütersloh vom gleichnamigen Forstdienstleistungsunternehmen im schattigen Bereich im Telgenbusch Buchen. Fotos: Aundrup

Marienfeld (jau) - Im Marienfelder Wäldchen Telgenbusch mussten Anfang des Jahres 60 Festmeter Lärchenholz und 60 Festmeter Industrieholz (dünnes Laubholz wie Birke oder Erle) gefällt werden, weil die Bäume extrem unter der Hitze der vergangenen Jahre zu leiden hatten. Jetzt wird auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Areal nachgepflanzt. 

Neuanpflanzungen und Naturverjüngung

Mittwoch, 10 Uhr: Kilian Rübsamen aus Gütersloh, der sich 2020 mit einem Forstdienstleistungsunternehmen selbstständig gemacht hat, schafft mit dem Bohrer im Erdreich Platz für die gut zwei Jahre alten Bäumchen. Insgesamt sind es 700 Roteichen, Stieleichen, Buchen, Douglasien, Lärchen (aber nur wenige) sowie Feldahorn und Vogelkirsche für den Randbereich. In den nächsten Tagen werden sie in dem Marienfelder Wäldchen gepflanzt. 

Kombiniert wird das Ganze mit der Naturverjüngung – also eine Vermehrung durch herabfallende oder angeflogene Samen von umstehenden Bäumen. 

Die Buchen lieben es schattig, die Eichen sind Sonnenanbeter

Rübsamen schaut genau, welcher Standort für welche Baumart geeignet ist. Die Buchen zum Beispiel mögen es lieber schattig. Und so pflanzt er sie auch in einem entsprechenden Bereich. Die Roteichen und Stieleichen sowie die schnell wachsende Douglasien sind hingegen Sonnenanbeter – also bekommen sie auch einen Platz an der Sonne. 

„Die Stieleichen sind hitzeresistent, aber sie können auch einen Wasserstau vertragen“, berichtet Rübsamen, während er weiter Pflanzlöcher für die Neuankömmlinge aus der Oesterweger Baumschule bohrt. 

Mischwald statt Monokulturen

Die geschädigten Lärchen wurden Anfang 2022 gefällt.Förster Julian Schmitz kommt dazu. Er berichtet, dass die frühere Monokultur durch einen Mischwald ersetzt werden soll: „Das soll eine schöne Mischung werden.“ Und diese will auch gepflegt werden. Unter anderem sollen in den ersten drei bis fünf Jahren ein- bis zweimal jährlich die üppigen Brombeersträucher zurückgeschnitten werden. 

Über den Verkauf des geschlagenen Holzes („Der Lärchenpreis ist aktuell sehr gut“) werden die Neuanpflanzungen finanziert. Das Holz wurde bereits aus dem Wäldchen geholt. Einige der Stämme lagern aktuell auf dem Parkplatz. 

„Hier muss eine Windhose durchgegangen sein“

Förster Julian Schütz setzt auf der gut 3000 Quadratmeter großen Fläche im Telgenbusch auf Mischwald statt auf Monokultur.„Eigentlich sah alles wieder ordentlich aus, bis die Stürme kamen. Hier muss eine Windhose durchgegangen sein“, sagt Schütz und zeigt auf die abgebrochenen Kiefern auf der anderen Seite des Gehwegs. 

In die Baumpflanzaktion am Mittwoch sollten auf Anregung von Maria Abeck-Brandes von der Umweltgruppe der Lokalen Agenda eigentlich auch die Viertklässler der Marienschule eingebunden werden – als pädagogisches Projekt. Daraus wurde allerdings nichts. „Wir können die Bevölkerung nicht davor warnen, wegen der Sturmfolgen aktuell den Wald zu betreten und dann mit den Kindern das Gegenteil machen. Das wäre das falsche Signal“, sagt Julian Schütz. Aber: Aufgehoben ist nicht aufgeschoben: Im Herbst soll die Baumpflanzung mit den Kindern möglichst nachgeholt werden.

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