Schüler werten das Marienfelder Heimatmuseum auf


Schon bevor sie das Marienfelder Heimatmuseum betreten, haben Besucher neuerdings einen digitalen Zugang zu den Ausstellungsstücken.

(v. l.) Otto Sewerin, Foteini Papailia, Lara-Marie Francois (mit Plakat), Michelle Zinnert, Nicole Randerath, Joyce Eibl (rot), Johanna Hobein, Willi Hemmesmann, Berthold Dopheide und Ina Köhler.

Marienfeld (gg) - Das Heimatmuseum Marienfeld hat sich mittels eines innovativen Medienprojekts mit sechs Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs Senne in eine sogenannte Win-Win-Situation gebracht. Und das mit Nachhaltigkeit: Die Arbeiten der Schüler finden sich dauerhaft im Museum wieder.

„Schön ist, dass wir unser Museum damit medientechnisch wirksam aufwerten“, freute sich Otto Sewerin, Vorsitzender des Heimatmuseums.

Angehende Grafikdesigner und Heimatmuseum finden zusammen

Im Rahmen ihrer zweijährigen vollschulischen Berufsausbildung müssen die zwischen 18 und 28 Jahre alten Schüler im zweiten Lehrjahr als Gestaltungstechnische Assistenten (Schwerpunkt Grafikdesign) normalerweise ein achtwöchiges Betriebspraktikum absolvieren. Wegen der Corona-Beschränkungen haben allerdings nicht alle von ihnen einen Praktikumsplatz bekommen. 

Dank der Vermittlung von Lehrerin Nicole Randerath, Ehefrau des Beisitzers Markus Randerath, fanden sie im 1999 gegründeten Heimatmuseum Marienfeld einen geeigneten Partner.

Ein umfassender und informativer Leitfaden

Erste Anregungen für eine mögliche Zusammenarbeit gab es bereits vor zwei Jahren. Ina Köhler, Fachlehrerin Gestaltung am Berufskolleg, betonte, dass sich die Schüler und die begleitenden Lehrer über den Auftrag des Heimatmuseums gefreut haben. Damit sei sichergestellt worden, dass „nichts für die Tonne“ produziert worden sei. 

In Zusammenarbeit mit den Vorstandsmitgliedern um Otto Sewerin, Schriftführer Willi Hemmesmann und Beisitzer Berthold Dopheide haben die Schüler Johanna Hobein, Joyce Eibl, Nick Niemerg, Foteini Papailia, Lara-Marie Francois und Michelle Zinnert in Begleitung ihrer Lehrer Ina Köhler, Jan Kapischke und Wolfgang Koch einen umfassenden wie informativen Museumsleitfaden erstellt.

QR-Codes verweisen auf Videobeiträge

So finden Besucher künftig nicht nur laminierte Infoblätter an verschiedenen Ausstellungsstücken. Über QR-Codes können sie auch auf weiterführende Filme rund um Funktionsweisen und Bedienung der ausgestellten Maschinen zugreifen. Am Webstuhl etwa ist ein neun Minuten langer Filmbeitrag hinterlegt, der das 2019 verstorbene Mitglied des Vereins Heimatmuseum Herbert Daut beim Weben zeigt. 

Für erste Informationen schon vor dem Eintritt haben die Schüler eine Übersichtstafel über die Museumsräume, Erreichbarkeiten von Ansprechpartnern und Öffnungszeiten erstellt. Auch neue Ausstellungsschilder, eine einheitliche Rundgangbeschilderung und Hinweise auf geplante Sonderausstellungen finden sich im Portfolio. Für Besucher ohne Handy haben die Mediengestalter bebilderte Textinfoschilder angefertigt.

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