Ausschuss lehnt kostenfreie Windeltonne für Kitas ab


Windeln lassen in Herzebrock-Clarholzer Kitas die Mülltonnen aus den Nähten platzen. Doch eine kostenfreie Tonne gibt es nicht. 

Den Kindergärten in der Kommune wächst der Windel-Müll laut Antrag über den Kopf. Foto: dpa

Herzebrock-Clarholz (ds) -  Den Kindertageseinrichtungen in der Kommune stinkt eins gewaltig: der Unwille der Kommune, den pädagogischen Einrichtungen jeweils eine Windeltonne kostenfrei zur Verfügung zustellen. In einem dringlichen Antrag unternahmen sie erneut einen Versuch, die Politik zu einem Umdenken zu bewegen. Vergeblich, der Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales lehnte das Ansinnen in der jüngster Sitzung erneut ab. 

Keine Förderung der Familien

Und zwar, da die Bereitstellung einer Windeltonne keine Förderung der Familien oder der Kindertageseinrichtung an sich bedeute. Die Müllentsorgung gehöre zu den Betriebskosten, die der Kreis Gütersloh entsprechend bezuschusse, erläuterte Wilhelm Towara, Fachbereichsleiter im Rathaus, den Beschluss. Seit 2009 gibt es eine kommunale Förderung: Familien mit Kleinkindern erhalten eine kostenlose Windeltonne (Restmüllbehälter). Und zwar für zwei Jahre ab der Geburt des Kindes. 

Mehrfach Anträge gestellt 

„Seitdem wurden immer wieder Anträge von Kindertageseinrichtungen und Tagesmüttern auf Bereitstellung solcher Tonnen gestellt“, informiert die Verwaltung in der Vorlage. Diese wurden stets abgelehnt, zuletzt im Mai vergangenen Jahres. Im Namen aller Leitungen der örtlichen Kitas und der Kindertagespflegevermittlung folgte im Oktober ein nächster Antrag dazu durch die Leitung der Kita St. Christina. Unter anderem schildern die Antragsteller, dass pro Monat allein für ein Kind rund 60 gebrauchte Windeln anfallen würden. „Bei zehn Kindern erreichen wir eine Menge von bereits 600 Windeln monatlich pro Einrichtung“, heißt in dem Schreiben. Schon dadurch seien die Restmülltonnen gefüllt. 

Es stinkt zum Himmel 

„Sie können sich vorstellen, diese Situation stinkt uns täglich zum Himmel“, heißt es im Antrag. Und weiter: „Noch immer ist uns allen fraglich, warum der vergangene Antrag auf Erhalt einer Windeltonne pro pädagogischem Ort abgelehnt und zu keinem weiteren Zeitpunkt neu beraten wurde.“ Immer größer werde die Anzahl der Kleinstkinder, die täglich betreut würden.  „Wir sind uns sicher, es ist nicht in Ihrem Interesse, dass wir Eltern bei vollen Restmülltonnen zukünftig gebrauchte Windeln mit nach Hause geben müssen, damit sie dort in der für die Familien vorgesehene Windeltonne entsorgt werden“, formulieren die Einrichtungen ihren Antrag abschließend.

Entsorgung zählt zu Betriebskosten

War die Bitte auch eindringlich formuliert – der Ausschuss blieb bei seinem ablehnenden Beschluss. Die Kosten für die Müllentsorgung würden – wie die Ausgaben für Wasser, Strom und Heizung – zu den Betriebskosten der Einrichtungen zählen. Und dafür gebe es vom Kreis Gütersloh entsprechende Zuschüsse, so die Begründung für das Nein.

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