Das Miteinander bestimmt Predigt zum Gemeindefest


Vor 70 Jahren wurde die evangelische Gnadenkirche in Clarholz eingeweiht. Das feierte die Gemeinde mit einem bunten Fest. 

Zum Freiluftgottesdienst hatte die Versöhnungskirchengemeinde aus Anlass des 70-jährigen Bestehens der Gnadenkirche geladen. Gemeinsam wurde gesungen und geklatscht. Foto: Bitter

Herzebrock-Clarholz (bit) - Ein gut besuchter Freiluftgottesdienst bei hochsommerlichen Temperaturen und ein Fest für die ganze Gemeinde haben an den Tag erinnert, an dem vor 70 Jahren – genau am 20. Juli 1952 – die Gnadenkirche an der Kirchstraße 4 im Ortsteil Clarholz eingeweiht wurde. Sie ist eine Filialkirche der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück. 

„Hand in Hand“ 

Das Thema „Hand in Hand – Wir sind Kirche“ durchzog die liturgische Handlung mit Pfarrerin Mandy Liebetrau und Pfarrer Rainer Moritz. Den Rahmen setzten der CVJM-Posaunenchor unter Leitung von Joachim Schröder und Organistin Silvia Jostkleigrewe samt Schola. Die politische Gemeinde repräsentierte Bürgermeister Marco Diethelm (CDU). Presbyterin Birgit Strotmann machte in ihrer Begrüßung deutlich: „Hand in Hand geht es um unsere Kirche, um das Miteinander und die Talente, die wir in die Gesellschaft einbringen.“ Das folgende Lied „Wir singen vor Freude, das Fest beginnt“ wurde, begleitet von rhythmischem Klatschen und Hüpfen, auch eine Bekräftigung des Gebets „Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen“.

Kinder werden einbezogen

Pfarrerin Mandy Liebetrau bezog Mädchen und Jungen in die Vorbereitung der Predigt ein: „Was können Hände? Sie können schlagen und streicheln.“ Und ihr Amtsbruder Rainer Moritz begann seine Ansprache mit dem Handerheben, mit dem das Presbyterium 1950 den Kirchenbau beschlossen hat, und dem Schlüssel, der zwei Jahre später durch viele Hände ging: von der Bauleitung zu Oberkirchenrat Dr. Rahe, Superintendent Heinrich Lohmann vom Kirchenkreis Gütersloh und Pfarrer Max Bodenstein aus Rheda, bis der Herzebrock-Clarholzer Ortspfarrer Jürgen Ehlers die Kirche aufschließen durfte. 48 000 D-Mark hatte alles zusammen damals gekostet. Das erntete einen Zwischenruf: „Dafür kriegen Sie heute keine Garage mehr.“

„Wir müssen unsere Talente einbringen“

 Pfarrer Moritz betonte, die Gnadenkirche sei für die Gemeinde gewesen wie für einen Vogel das Nest. Er erinnerte daran, dass die Gottesdienste zuvor im Saal Huckenbeck stattgefunden hätten. Er merkte an, dass es dort am Sonntagmorgen weniger nach Weihrauch als nach Tabakqualm von den weltlichen Festen abends zuvor gerochen habe. Der Prediger ermutigte die Gläubigen: „Jeder hat ein Talent. Wir müssen unsere Talente einbringen. Sonst kommt nichts in Fahrt. Die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu tun, ist keine Option.“ Die Kollekte war bestimmt für die Opfer der Flutkatastrophe vor einem Jahr im Ahrtal.

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