Girls’/Boys’ Day an der Realschule



Herzebrock-Clarholz (br) - „Wir haben nicht geglaubt, dass wir schon so viel selbst machen dürfen“, sagt Leonie Gösling. „Wir dachten, wir gucken hier nur zu.“ Die Rede ist vom Kurzpraktikum der Herzebrocker Von-Zumbusch-Realschule im Rahmen des bundesweiten Girls’/Boys’ Day.

Girls

Leonie Gösling absolviert dieses Praktikum gemeinsam mit Mitschülerin Marleen Hollenbeck bei der Firma Steinel im Herzebrock-Clarholzer Industriegebiet. Bei dem Hersteller von Thermowerkzeugen und Sensortechnik lernen die beiden Achtklässlerinnen drei Tage lang verschiedene Arbeitsbereiche kennen und dürfen einiges ausprobieren. „Wir haben unsere Initialen auf Leiterplatten geschrieben und ein eigenes LED-Muster erstellt“, berichtet Marleen Hollenbeck. „Es ist sehr interessant, aber ob ich später in diesem Bereich arbeiten möchte, weiß ich noch nicht.“ Auch Leonie Gösling ist unsicher. „Extrem viel Technik“, findet sie. Steinel-Prokurist Jürgen Toppe kennt das Problem: „Im Ingenieurstudium sind nur zehn Prozent der Studierenden weiblich“, sagt er. Hemmschwellen abzubauen, dazu soll auch der Girls’/Boys’ Day beitragen, wenn die Mädchen in männertypische, technische Berufe hineinschnuppern dürfen.

<mediaobject class="imageleft" id="X0.24942753429219988" idref="X0.948750151840871" type="image" uid="95adefae-5d6a-411e-8e63-a73478ddf3da" url="http://ecms.die-glocke.de/alfresco/d/d/workspace/SpacesStore/95adefae-5d6a-411e-8e63-a73478ddf3da/Boy.JPG" uuid="95adefae-5d6a-411e-8e63-a73478ddf3da" x0="0" x1="100" y0="0" y1="100"> <element name="Unterschrift">Stefan Lakebrink hinterm Verkaufstresen. <element name="Quelle"/> </mediaobject>In einem frauentypischen Beruf hat Stefan Lakebrink drei Tage lang Erfahrungen gesammelt. Er stand bei der Bäckerei Heiringhoff in der Verkaufsstelle Varieté hinter dem Tresen. Als Bäckereifachverkäufer arbeiten fast ausschließlich Frauen. Auch Stefan hatte während des Kurzpraktikums das Glück, verschiedene Arbeitsbereiche kennenzulernen. Außer hinter dem Verkaufstresen war er im Büro und in der Backstube im Einsatz. Es hat ihm gefallen, aber arbeiten möchte er später gern bei Craemer oder Claas. „Da möchte ich auch mein dreiwöchiges Praktikum in der neunten Klasse machen“, sagt er. Stefan ist technikinteressiert.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Schulen hat die Realschule den Girls’/Boys’ Day auf ein dreitägiges Kurzpraktikum ausgeweitet. Die Achtklässler absolvieren es auf freiwilliger Basis in den Osterferien. In diesem Jahr haben fünf Mädchen und sechs Jungen teilgenommen.

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