Herzebrocker Schüler stehen vor der Kamera



Die Klasse 4 a der Josefschule Herzebrock hat sich an dem Videoprojekt GT-Clips beteiligt. An verschiedenen Stellen wurde gedreht.

Herzebrock-Clarholz (reba). „So soll es sein?!“ Unter diesem Titel steht in diesem Jahr das Videoprojekt GT-Clips, das vom Kreismedienzentrum ausgerichtet wird. Und mittendrin die Klasse 4 a der Josefschule Herzebrock. Die Schüler haben eigene Videoclips gedreht.

Eine gewisse Aufregung lag am Drehtag in der Luft. Die Schüler waren hoch motiviert und freuten sich über den Besuch der medienpädagogischen Fachleute Carsten Panitz, Levi Bönke und Maxime Ruhe. Die Freiberufler und Studenten brachten Video-Equipment mit, um die Ideen der Schüler zu realisieren. Vorgegeben waren nur das Thema, die Produktionsdauer sowie die Länge der Clips mit maximal 90 Sekunden. Kameraführung, Schnitt und Nachvertonung wurden weitgehend von den Kindern realisiert. 

Fußballplatz wird zum Drehort

„Im Sachkundeunterricht haben wir die Themen Klassensprecher- sowie Bundestagswahlen besprochen. Dadurch sind wir auch auf das Thema Mitbestimmung gekommen“, erklärte Alexandra Severins. „Die Schüler haben die Chance zu überlegen, was sie vielleicht verändern möchten in der Welt“, erklärte Christin Lackhove. Die Lehrerin hatte die Idee, die Klasse 4 a der Josefschule beim kreisweiten Aufruf vom Medienzentrum Gütersloh anzumelden. Die Hauptthemen der Schüler: Gerechtigkeit, kein Krieg und Umweltschutz.

Gemeinsam erarbeiteten die Jungen und Mädchen Drehbücher, bauten Requisiten und tauschten sich untereinander aus. Zu den Drehorten gehörten der Schulhof, das Waldstadion und der Klassenraum. In einem Clip geht es um Menschen mit Migrationshintergrund, die bei einem Fußballspiel ausgegrenzt werden. Dazu gibt es die Ansage der Schüler, dass es nicht richtig ist. Dass es egal ist, woher man kommt, welche Hautfarbe man hat und welche Sprache man spricht.

Fotos zu Trickfilm zusammengeschnitten

Eine andere Geschichte handelt von dem syrischen Jungen Ali aus der Klasse 4 a, der über seine Erlebnisse als Flüchtling berichtet. Dafür bauten die Jungen und Mädchen eine Schule aus Pappe, einen Panzer aus Lego und markierten die einzelnen Länder, in denen der Schüler Ali überall unterkam, auf einer Landkarte. 

„Wir haben die Legofigur auf ein Land gestellt, ein Foto gemacht. Später werden die einzelnen Fotos zu einem Trickfilm zusammengeschnitten. Am Ende des Films legen wir alle die Hände auf die Schulter von Ali und sagen: ‚Wir wollen keinen Krieg mehr‘“, erklärten Nico und David. 

„Schüler bekommen mehr mit, als wir meinen“

Auch das Thema Umweltschutz beschäftigte die Grundschüler. „Die Schüler bekommen viel mehr mit, als wir Erwachsenen immer meinen. Vor einigen Jahren standen Konfliktsituationen im Mittelpunkt. Heute beschäftigt die Kinder auch das, was in der Welt passiert“, erklärt Regisseur Carsten Panitz.

„Ein Ziel des Projekts ist es, dass die Nachwuchsfilmer die Seite wechseln und nicht nur Filme konsumieren, sondern selbst produzieren und dabei lernen, sich mit Gleichaltrigen auseinanderzusetzen“, sagt Martin Husemann vom Kreismedienzentrum.

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