Interessent plant Ein-Euro-Laden im ehemaligen Netto



Seit April vergangenen Jahres steht das Netto-Gebäude im Ortsteil Herzebrock leer. Ein Interessent will das ändern. 

Wie das Gebäude, in dem früher der Netto ansässig war, künftig genutzt wird, steht noch nicht fest. Ein Interessent würde dort gern einen sogenannten Ein-Euro-Laden realisieren. Foto: Schäfer

Herzebrock-Clarholz (ds) - Im April vergangenen Jahres wurde die Netto-Filiale an der Clarholzer Straße 53 im Ortsteil Herzebrock geschlossen. Sie passte hinsichtlich Lage, Erreichbarkeit, Größe und Gestaltung nicht mehr in das Konzept des Discounters, hieß es damals. Informationen zur Nachnutzung gab es seitens Netto nicht. Man sei nur Mieter des Objekts, so die Unternehmenskommunikation. Seitdem ist der Parkplatz weitflächig abgesperrt und das Gebäude steht leer. Das könnte sich in absehbarer Zeit ändern.

Klassisches Mischgebiet

Es gibt zumindest einen Interessenten, der dort gern einen sogenannten Ein-Euro-Shop eröffnen würde. Das bestätigt die Gemeindeverwaltung auf Nachfrage. Um wen es sich handelt, dazu nimmt die Kommune keine Stellung. Datenschutz, so Michael Brandes von der Gemeindeverwaltung. Er informiert aber über den Stand der Dinge. Und der stellt sich nicht ganz einfach dar. Das Areal liege in einem unbeplanten Innenbereich. In einem klassischen Mischgebiet, so der Verwaltungsmitarbeiter. Nach dem Baurecht sei dort Einzelhandel prinzipiell zulässig – sofern es kein Einzelhandelskonzept gebe. Das gibt es aber in der Kommune bereits seit mehreren Jahren. Zwischenzeitlich wurde es mehrfach fortgeschrieben.

Gutachten muss her

Es gilt als Steuerungselement für die Versorgungssituation der Gemeinde, die damit sowohl den Großmarkt auf der grünen Wiese verhindern als auch Einfluss auf das Sortiment nehmen kann. Nahversorgung, also im wesentlichen Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel oder Drogerieartikel, seien an der Stelle unkompliziert. Der derzeitige Interessent für die Immobilie habe dagegen ein sehr gemischtes Sortiment im Blick, so Brandes. „Das ist nicht kategorisch ausgeschlossen“, stellt er fest. Es darf sich aber nicht als zentrenschädigend für den bestehenden Einzelhandel erweisen. Ein Gutachten müsse Klärung in diesem Punkt bringen.

Einzelfall wird geprüft

 „Die Einzelfallprüfung greift.“ Sagt das Ergebnis aus, dass der geplante Markt den umliegenden Geschäften schaden würde, wäre das Projekt vom Tisch. Stellt es dagegen fest, dass ein Ein-Euro-Shop verträglich wäre, „dann könnte der Interessent mit einem solchen Sortiment dort tätig werden“, schließt Brandes. Der Interessent wisse, dass ein solches Gutachten benötigt werde. „Es liegt uns aber noch nichts dazu vor“, so der Verwaltungsmitarbeiter.

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