Karte aus Peru liegt nach zwei Jahren im Briefkasten



Überraschung: Nach zweieinhalb Jahren hat eine Postkarte ihre Empfängerin erreicht. Marlies Brinkmann hat sich auch mit Verspätung gefreut. 

In der Region Cusco in Peru ist die Karte im Januar 2020 aufgegeben worden. Deutschland erreichte sie am 20. Juli dieses Jahres, wie ein Stempel zeigt.

Herzebrock-Clarholz (ds) -  Vor wenigen Tagen hat die Herzebrock-Clarholzerin Marlies Brinkmann (83) Post bekommen. Eine Ansichtskarte aus Peru. Vorn im Bild die Ruinenstadt Machu Picchu, hinten gut leserlich beste Grüße von Enkel Kevin. Einzig: Der inzwischen 22-Jährige ist bereits lange wieder zu Hause. Seit mehr als zwei Jahren. Aufgegeben hat er die Karte am 24. Januar 2020, die jüngst nach gut 30 Monaten ihr Ziel erreicht hat. 

Nicht geknickt oder verfärbt

Lange war sie also unterwegs. Ob wie eigentlich gewünscht und entsprechend frankiert mit dem Flugzeug – wer weiß das schon. „Sie sieht aus, als wäre sie gestern aufgegeben worden“, sagt die Herzebrockerin. Nicht geknickt, nicht verfärbt und auch sonst in keiner Weise beschädigt, sieht die Ansichtskarte vom Machu Picchu aus wie neu. Und auch der Postbote habe nichts gesagt. Wahrscheinlich sei ihm gar nichts aufgefallen. Marlies Brinkmann hat trotzdem ein bisschen geschluckt, als sie die Karte in den Händen hielt. Denn angesprochen werden in der Begrüßung sie selbst und ihr früherer Lebensgefährte, der inzwischen verstorben ist. Dann hat sie sich aber doch gefreut – auch Jahre später.

Adresse ist korrekt

 „Die Adresse ist korrekt.“ Name, Straße, Hausnummer, Länderkennung und auch der Hinweis, dass die Karte mit dem Flieger transportiert werden soll. Mit gut zweieinhalb Jahren Verspätung ist die Karte aus Peru bei Marlies Brinkmann eingetroffen. Gefreut hat sie sich trotzdem.„Das passt alles“, weiß Marlies Brinkmann. Sie selbst hat früher viele Wochen immer wieder mal im entfernten Ausland – unter anderem in Hongkong – verbracht – und durchaus selbst die ein oder andere Postkarte an die Daheimgebliebenen verfasst. Sie weiß also, welche Informationen nötig sind. Und überhaupt: „Ich habe öfter Postkarten bekommen“, sagt sie, „aber keine war so ordentlich wie diese.“ Gefragt, ob sie die Karte erhalten hat, hatte Enkel Kevin, der inzwischen in Paderborn studiert, nie. Marlies Brinkmann weiß nur, dass er 2020 auch Grüße an seinen Vater geschickt hat. „Und die Karte ist ganz normal angekommen.“ 

Karte bekommt Ehrenplatz

Einen Ehrenplatz wird die Ansichtskarte auf jeden Fall erhalten. Vermutlich im Arbeitszimmer, sinniert die 83-Jährige, die sich eben auch noch nach zweieinhalb Jahren über den Gruß aus der Ferne freut. Im Wissen, dass der Weg, den die Karte genommen hat, ein Rätsel bleiben wird. „Das kann man seriös noch nicht mal ansatzweise erklären“, hat auch Rainer Ernzer, Pressesprecher bei der Deutschen Post, keine Idee, was den mehrjährigen Weg der Karte nach Herzebrock verursacht haben könnte. Dreh- und Angelpunkt für alle Sendungen aus dem Ausland sei das internationale Postzentrum in Frankfurt, so Ernzer. „Und wenn die Sendung bei uns in Deutschland ankommt, ist sie in der Regel am nächsten Tag beim Empfänger.“ Selbst wenn Briefe oder Karten mal falsch einsortiert würden, dauere es nur wenige Tage bis zu Zustellung. 

Berlin gibt es auch in den USA

Deutschland gehöre tatsächlich zu den schnellsten Postzustellern der Welt. „Das liegt am Selbstverständnis, das wir haben.“ Und ja, es gebe eine Hand voll Standorte auf der Welt, in denen die Post – was die Geschwindigkeit angehe – eine eher untergeordnete Rolle einnehme, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Leserlich schreiben und die Länderkennung nicht vergessen“, gibt er als Tipp mit auf den Weg. „Denn Berlin gibt es beispielsweise auch in den USA.“

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