Konzert zum Jubiläum 900 Jahre Prämonstratenserorden


Seit 900 existiert der Prämonstratenserorden. Das Jubiläum wird gefeiert. Auch in Clarholz, wo eines der ersten Kloster des Ordens in NRW errichtet wurde.

Eine perfekte Mischung: Das Ensemble Colvoc zog mit gregorianischem und neuzeitlichem Gesang das Publikum in seinen Bann. Das Konzert in Lette und Clarholz bildete den Auftakt zur 900-Jahr-Feier des Ordens. Foto: Ahlke

Herzebrock-Clarholz-Lette (ja) - Eine Zeitreise ins beginnende 12. Jahrhundert und zurück in die Gegenwart, mitreißend inszeniert durch geistliche Klang- und Lichtinstallationen. Das erlebten am Samstagabend die Besucher eines Doppelkonzerts in den Pfarrkirchen  in Lette und  Clarholz.

Es bildete den Auftakt zum 900. Geburtstag des Prämonstratenserordens, das landesweit unter dem Motto „Welt und Zeit gestalten“ steht. Das Programm setzte sich aus Klängen zusammen, die von Prämonstratensern geschaffen wurden oder sich mit ihren geistlichen Themen befassen, erläuterte Hans Hermann Jansen vom Netzwerk Klosterlandschaft als Kooperationspartner der VHS Reckenberg-Ems und des Freundeskreises Propstei Clarholz.

Clarholz einer der ersten Gründungsorte in NRW

Warum Lette und Clarholz als Orte für die musikalische Jubiläumseröffnung gewählt wurden? Weil sie zu den ersten von 35 Orten im heutigen NRW zählen, an denen die Reformbewegung des Ordensgründers Norbert von Xanten noch zu dessen Lebzeiten Spuren hinterlassen hat, erklärte Johannes Meier vom Freundeskreis Propstei Clarholz.

Musikalischer Leiter und Bariton Volker Schrewe war für die Gesamtkonzeption des Konzerts verantwortlich. Eine stimmige Verknüpfung von homogenem gregorianischem Gesang, klassischer Orgel und modernen elektronischen Klangtransformationen, alles ruhig in Szene gesetzt.

Truhenorgel mit großer Klangvielfalt

Selbst interpretiert Volker Schrewe unter anderem „Seid fröhlich“ von Carl T<mediaobject class="imageright" id="X0.7772579516163624" idref="X0.9886306913778191" type="image" uid="047d0a33-6feb-4276-9038-748c11d06322" url="http://ecms.die-glocke.de/alfresco/d/d/workspace/SpacesStore/047d0a33-6feb-4276-9038-748c11d06322/dsc04577.JPEG" uuid="047d0a33-6feb-4276-9038-748c11d06322" x0="0" x1="100" y0="0" y1="100"><element name="Unterschrift">In der St.-Laurentius-Kirche machte Pater Stefan Kling OPraem hörbar, was für eine enorme Klangvielfalt und ein Zauber in einer historisch nachgebauten Truhenorgel aus belgischer Manufaktur steckt. Eckhard Thiel bediente die beiden Kalkante.<element name="Quelle"/></mediaobject>heodor Hütterott. Theologe und Kirchenmusiker Pater Stefan Kling OPraem war aus der aktiven Abtei Roggenburg in Bayern angereist. Er zeigte viel Temperament und Feingefühl an der dreimanualigen Orgel beim Spiel der Orgelfantasie über das Lied „Heiliger Norbert Gottes Streiter“ von Joachim Schreiber.

In der Laurentius-Kirche Clarholz erwies sich der Umstand, dass die dortige Orgel zurzeit nicht bespielbar ist, für die Zuhörer als Glücksfall. Hier zeigte Stefan Kling, welche Klangvielfalt in der historisch nachgebauten Truhenorgel steckt. Eine „Ouverture in B“ von Isfrid Kayser OPraem und ein „Concertino“ von Augustin Büx OPraem klangen auf diese Weise authentisch.

Teil einer Reformbewegung

Der Prolog „Licht in kalter Nacht“ aus der eigens für das Jubiläum geschaffenen Klangcollage „Compassion“ des Sound-Designers Max Hundelshausen zog sich wie ein roter Faden durch das Konzert. Eine Mischung aus Klang, Melodie und Sprechen machte einen Geist spürbar, wie er lebendig wird, in eine Schreibstube einzieht, als schneller werdender Herzschlag und Puls erstarkt, aktiv wird und schließlich als Epilog die Zuhörer entlässt.

Hintergrund: Vor 900 Jahren gründete Norbert von Xanten im nordfranzösischen Prémontré den Prämonstratenserorden. Das Leitbild einer erneuerten urkirchlichen Gemeinde, geprägt durch ein einfaches Leben und gemeinschaftsförderndes Tun, entfaltete in einer Zeit des Umbruchs in Kirche und Gesellschaft unter der damaligen europäischen Jugend eine enorme Anziehungskraft: Innerhalb eines Jahrhunderts entstanden von Spanien bis Schweden, von Irland bis Ungarn fast 600 Klöster.

Die Gründung war Teil einer Reformbewegung, die sich mit jeweils eigenen Akzentsetzungen in weiteren Ordensneugründungen wie den Kartäusern und den Zisterziensern widerspiegelt. So bei uns auch die Stiftung des Klosters Marienfeld (1185) und die Umwandlung des Kanonissenstiftes Herzebrock in ein Benediktinerinnenkloster (1208).

Kloster in Clarholz und Frauenkonvent in Lette

Durc<mediaobject class="imageleft" id="X0.872901174420467" idref="X0.5731528563287684" type="image" uid="f8c7dd30-cc51-4f51-851e-6a4afc9903dd" url="http://ecms.die-glocke.de/alfresco/d/d/workspace/SpacesStore/f8c7dd30-cc51-4f51-851e-6a4afc9903dd/dsc04575.JPEG" uuid="f8c7dd30-cc51-4f51-851e-6a4afc9903dd" x0="0" x1="100" y0="0" y1="100"><element name="Unterschrift">Max Hundelshausen machte bei der Uraufführung seines Zyklus „Compassion“ den Geist der Prämonstratenser spürbar und ließ ihn in die Gegenwart einziehen.<element name="Quelle"/></mediaobject>h Norberts Herkunft vom Niederrhein kam sein Orden sehr früh nach Westfalen. 1122 übergab Graf Gottfried von Cappenberg seine nördlich von Lünen gelegene Burg zur Umwandlung in das erste Kloster der Prämonstratenser in Deutschland. Elf Jahre später kamen aus Cappenberg zwölf Männer und einige Frauen des Ordens, um an zwei durch den Edelherrn Rudolf von Steinfurt gestifteten Kapellen das Prämonstratenserkloster Clarholz mit dem kleinen Frauenkonvent in Lette zu gründen.

Die gehören in die älteste Phase der Ordensgeschichte, Norbert hat noch an der Gründung Anteil genommen. Während der kleine Frauenkonvent in Lette die Wirren der Reformation nicht überstand, wirkten die Prämonstratenser in Clarholz bis zur Säkularisation 1803. Mit einer Wanderausstellung des Erzbistums Paderborn werden die westfälischen Klöster der Prämonstratenser miteinander vernetzt. Sie wird gezeigt in Arnsberg (Oelinghausen, Rumbeck, Wedinghausen), Werl, Paderborn, Dortmund und Clarholz.

Mehr Informationen im Internet unter www.900-jahre-praemonstratenser.de

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