Leiter mahnt „dünne Personaldecke“ im Bauamt an



Der Verwaltung fehlt es an Personal. Vor allem im Bauamt sei die Personaldecke dünn, so der Fachbereichsleiter.  

Das Thema Windkraft bindet Arbeitskraft der Verwaltung: Auf rund eine halbe Stelle schätzt dieses Bürgermeister Marco Diethelm ein. Foto: dpa

Herzebrock-Clarholz (ds) - Für Aufgaben der Ortsplanung, die Aufstellung von Bauleitplänen, die Entwicklung von Sanierungskonzepten oder auch das Fördermittelmanagement braucht die Verwaltung mehr Personal. Von bisher 2,15 auf 4,35 soll der Stellenanteil steigen. Das traf in der Sitzung des Planungsausschusses bei der Politik nicht immer auf Verständnis. 

Zahlreiche Projekte auf dem Tisch

„Allein das Thema Windkraft bindet fast eine halbe Stelle“, ging Bürgermeister Marco Diethelm (CDU) ins Detail. Er verwies auf die Förderprogramme im Wert von mehreren Millionen Euro, die die Kommune nutze. „Und das müssen wir auch irgendwie schaffen, sonst verlieren wir die Fördermittel.“ Und niemand wisse, ob die derzeitige Förderkulisse in den nächsten Jahren noch in dem Umfang zur Verfügung stehe.

Darüber hinaus werde die Kommune in einigen Punkten „jetzt schon von der Bezirksregierung angemahnt“. „Die Personaldecke ist zu dünn“, so Fachbereichsleiter Sven Rose. Viele Verfahren hätten sich zu lange aufgestaut. Es gehe zudem auch nicht ausschließlich um Fördermittel. Es gebe Firmen, die wegen Erweiterungsmöglichkeiten anfragen, oder um Wohnungsbau. „Das alles bedarf der Planung“, so Rose. 

„Fachkräfte fallen nicht vom Himmel“

Selbst wenn die Politik den Stellen zustimmen würde: „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel“, und müssten erst eingearbeitet werden. „Das ist relativ viel auf einen Schlag“, befand dagegen CDU-Ratsherr Bernhard Petermann. Schließlich kämen auch wieder Zeiten, in denen beispielsweise das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept abgeschlossen sei. Er habe „mit Tränen in den Augen zur Kenntnis genommen“, dass die Kommune unheimlich viel Personal einstelle – obwohl die Schulden hoch seien. Er regte eine Einzelfallentscheidung an. Angesichts der Tatsache, dass viel an externe Planungsbüros vergeben werde, was dann eventuell selbst übernommen werden könnte, hatte Harald Loermann (Bündnis 90/Die Grünen) keine Bedenken, den Stellen stattzugeben. 

Abwarten der Kapazitätsanalyse

Gottfried Göcke (FDP) wollte vor einem positiven Votum zunächst die Kapazitätsanalyse abwarten. Die war mit einer Stimme Mehrheit im Dezember vom Haupt- und Finanzausschuss abgesegnet worden und soll sich auf den Stellenplan der Verwaltung als auch die Aufgabenstellung für die Kernverwaltung beziehen. Sie wird allerdings erst in diesem Jahr erstellt. Letztlich segnete eine Mehrheit des Planungsausschusses die vorgelegten Haushaltsansätze in dem Produkt Räumliche Planung und Entwicklung mit einem Gesamtvolumen von 557 688 Euro ab.

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