Mit Polizeieskorte zur Geburtsklinik in Paderborn


Gerade noch rechtzeitig haben Polizisten in Paderborn die hochschwangere Herzebrockerin Cristina Goedtke in eine Geburtsklinik begleitet. 

Herzebrock-Clarholz (reba) - Der kleine Mateo hat es sehr eilig gehabt, das Licht der Welt zu erblicken. Gerade noch rechtzeitig schafften es seine Eltern Cristina (27) und Matthias Goedtke (43) aus Herzebrock-Clarholz zur Paderborner Frauen- und Kinderklinik St. Louise. Geboren wurde Mateo allerdings tatsächlich noch im Auto, direkt vor dem Haupteingang. Und das auch nur, da ein Streifenwagen der Bielefelder Polizei die in den Wehen liegende Frau mit Blaulicht über die Autobahn 33 eskortierte. 

63 Kilometer zur Klinik

Um 19.07 Uhr rief das Ehepaar Cristina und Matthias Goedtke am vergangenen Sonntag die Hebammen im Geburtshaus in Paderborn an. Sie würden jetzt losfahren. 63 Kilometer lagen da noch vor ihnen. Kaum unterwegs, wandte sich Cristina Goedtke an ihren Mann: „Ich glaube, Du musst ein bisschen schneller fahren – das wird knapp.“

Autobahn oder Bundesstraße? Die Wahl fiel auf die Autobahn. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich später herausstellte. Auf der A 33 kam eine Baustelle mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Kilometern in der Stunde.

Schneller als die Polizei erlaubt

Matthias Goedtke nutzte eine Chance, indem er parallel neben einem Polizeiauto, das Richtung Brilon unterwegs war, fuhr. Er machte bei offenem Fenster auf sich aufmerksam und fragte, ob sie schneller fahren dürften, weil seine Frau in den Wehen läge.

Mit Zustimmung der Beamten fuhr Matthias Goedtke dann in der Tat „schneller als die Polizei erlaubt“ Richtung Krankenhaus. Sofort sei den Beamten klar gewesen, dass Eile geboten war. Kurzerhand entschlossen sich die Polizisten, die werdenden Eltern zur Geburtsklinik zu eskortieren und fuhren mit Blaulicht voran. 

„Einfach funktioniert“

„In der Situation hat man einfach funktioniert“, berichtete im Nachhinein Matthias Goedtke, der mit hohen Tempo im Schatten des Polizeiwagens fuhr – während Mutter Cristina Goedtke kurz vor der Geburt stand. Einen ganz kurzen Boxenstopp gab es noch. Der wurde genutzt, um die Beamten darüber zu informieren, in welche Paderborner Klinik es eigentlich gehen sollte.

Über die Freisprechanlage im Auto rief Matthias Goedtke nochmals im Krankenhaus an, um Bescheid zu geben, dass die Hebammen doch bitte schon zum Eingang kommen sollten. Seine Frau würde es ganz bestimmt nicht mehr in den Kreißsaal schaffen. Gleichzeitig sprach er Cristina Goedtke Mut zu und begleitete ruhig durch Wehe für Wehe. 

Geburt noch im Auto

Um 19.27 Uhr waren sie noch mitten auf den Straßen unterwegs. Um 19.34 Uhr legte der Herzebrocker Familienvater vor dem Haupteingang der Klinik eine Vollbremsung ein. Der kleine Mateo erblickte nur eine Minute später, um 19.35 Uhr im Auto das Licht der Welt – der Motor des Wagens lief noch.

Hebammen und Rettungssanitäter der Klinik standen bereit und versorgten die frischgebackene Familie. Der Nachwuchs wog bei seiner Geburt 2930 Gramm und ist 50 Zentimeter groß. 

„Fahrt unseres Lebens“

Laut Navigationsgerät wäre das Herzebrock-Clarholzer Ehepaar erst gegen 19.45 Uhr am Klinikum eingetroffen. „Das war die Fahrt unseres Lebens. Ohne die Hilfe der Polizei wäre das Baby unterwegs zur Welt gekommen“, so Matthias Goedtke.

Ein besonderer Dank der Eltern gilt den Polizisten, Rettungssanitätern und dem Team der Klinik. Gerne würde sich Familie Goedtke bei den Beamten persönlich bedanken und hofft auf ein baldiges Zusammentreffen.

Schwester Marla (1) freut sich

Der Name Mateo bedeutet „Geschenk Gottes“. „Wir haben ein normales Geschenk bestellt mit der Standard-Lieferzeit. Bekommen haben wir eins als Limited Edition in Express-Zustellung“, lacht Vater Matthias Goedtke heute.

„Unser Sohn ist etwas ganz Besonderes. Es wurde festgestellt, dass er nicht nur alles hat, sondern sogar über ein Chromosom mehr verfügt als wir Durchschnittsmenschen es haben. Er hat das Down-Syndrom. Wir dürfen ein ganz außerordentliches und überaus liebenswertes Kind auf seiner Reise in ein glückliches Leben begleiten.“ Ganz besonders freuen sich die Schwester Marla (1) und die Großeltern, das neue Familienmitglied bald zu Hause begrüßen zu dürfen.

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