Photovoltaikanlage soll noch 2022 in Betrieb gehen


Es tut sich was auf den öffentlichen Dächern der Kommune: Derzeit wird Photovoltaik auf der Gesamtschule installiert. 

Auf dem Dach der Von-Zumbusch-Gesamtschule: (v. l.) Dennis Wenzky von Elektro Beckhoff, Bauleiter und Planer Markus Wallmeyer mit Bürgermeister Marco Diethelm und dem stellvertretenden Leiter der Gemeindewerke, Marco Schröder.

Herzebrock-Clarholz (gl) - Die Gemeinde geht zügig voran bei der Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern kommunaler Gebäude. Aktuell werde die Zeit der Sommerferien genutzt, um die Dächer der von Zumbusch-Gesamtschule mit Photovoltaikmodulen zu bestücken, teilt die Verwaltung mit. „Es ist gut, dass wir nun eigene Anlagen haben“, sagt Bürgermeister Marco Diethelm und ergänzt, dass die Verwaltung die Politik im Jahr 2021 überzeugen konnte, die Anlagen zu bauen. „Wie sich herausstellt, ist dies zum passenden Zeitpunkt erfolgt, da wir jetzt unabhängiger von der aktuellen Entwicklung der Energieversorgung sind“, stellt Diethelm fest. 

Drei Dächer werden genutzt

„Wir sparen außerdem Geld, weil der selbsterzeugte Strom nicht zugekauft werden muss und somit Stromkosten für die Gemeinde vermieden werden. Rund 32 Cent pro Kilowattstunde werden damit eingespart“, erläutert das Gemeindeoberhaupt. Die Photovoltaikanlagen werden auf drei Dächern der Schule installiert. Auf der Mensa sind es 144 Module mit 58,3 Kilowattpeak (kWp) Leistung, auf dem Neubau stehen 214 Module mit 86,6 kWp, auf dem roten Anbau befinden sich 96 Module mit 38,8 kWp. 

Die Montage der Module fand in den Sommerferien statt. Es fehlen noch Wechselrichter und die Schaltanlage des Trafos. Letztere wird voraussichtlich im Oktober montiert, so dass die Anlagen noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden können.

Kläranlage nächster Standort

 Im Anschluss soll die Kläranlage mit Photovoltaik ausgestattet werden. Dort sind es zwei Anlagen. Auf dem Haupthaus und auf dem Maschinenhaus zusammen werden 151 Module mit insgesamt 61,15 Kilowattpeak installiert. Marco Schröder, stellvertretender Leiter der Gemeindewerke: „Den Gemeindewerken ist ein nachhaltiger Umgang mit Energie schon immer wichtig gewesen. 

Beispielsweise ist die Kläranlage seit dem Umbau 2019 unabhängig von Gaslieferungen. Mit der dortigen Photovoltaikanlage sichern wir die Stromversorgung zu einem kalkulierbaren Preis für die Zukunft.“ 

Weitere Gebäude werden überprüft

Markus Wallmeyer, Solarfachberater für Photovoltaikanlagen und Elektroplaner vom Ingenieurbüro Con Tec aus Gütersloh, ist zusammen mit Marco Schröder dabei, weitere öffentliche Gebäude für die Nutzung von Photovoltaik zu prüfen. Der Experte führt derzeit Studien durch, inwieweit die Grundschulen, der St. Michaelkindergarten, das Feuerwehrgerätehaus Quenhorn, das Jugendhaus Klein Bonum, die Friedhofskapelle an der Gütersloher Straße, das Feuerwehrgerätehaus Möhler sowie die Unterkunft an der Möhlerstraße mit PV-Anlagen und Batteriespeichern bebaut werden können. 

Außerdem wird die Möglichkeit von Freiflächenanlagen für das Klärwerk in Herzebrock sowie das Hauptpumpwerk in Clarholz geprüft. Es werden verschiedene Varianten in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, technische Machbarkeit und Klimaschutzaspekte miteinander verglichen: maximale Belegung der Dachfläche, eine Anlage mit Speichertechnologie zur ausschließlichen Deckung des Eigenverbrauchs und Kombinationen aus beidem. Auch Fördermöglichkeiten werden bei den Überlegungen einbezogen.

Ergebnisse im Betriebsausschuss

Im Spätsommer sollen die Ergebnisse der Studie im Betriebsausschuss vorgestellt werden. Für die Planungsleistungen hat die Gemeinde Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Programmbereich Klimaschutztechnik in Höhe von 120 000 Euro für insgesamt elf Anlagen zugesichert bekommen. Die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde, Caroline Hüttemann, freut sich, dass nicht nur Ziele festgelegt, sondern an deren Umsetzung konkret gearbeitet wird. „Mit dem Bau der Photovoltaikanlagen kommt die Gemeinde einem wichtigen Ziel aus dem Klimaschutzkonzept ein gutes Stück näher: In den gemeindeeigenen Einrichtungen soll der gesamte Strombedarf selbst erzeugt werden.“ 

Caroline Hüttemann bilanziert, dass schon mit den Anlagen auf den Dächern der Gesamtschule insgesamt 88,12 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr vermieden werden. Für eine Kilowattstunde netzbezogenen Strom aus konventionellen Quellen rechnet man 560 Gramm CO2-Äquivalente, die ausgestoßen werden.

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