Spaziergang in Herzebrock bietet Denkanstöße


Ein Literaturspaziergang mit Musik durch den Herzebrocker Klostergarten  hat den Teilnehmenden viele Denkanstöße und auch Entspannung geboten.

Der fragmentarische Kreuzgang bildete den Start des Literaturspaziergangs durch die Klostergärten. Die Veranstaltung, organisiert vom Heimatverein Herzebrock, lebte von den Beiträgen des Autoren Michael Wöstemeyer und des Querflötenensembles Flötissimo. Foto: Ahlke

Herzebrock-Clarholz (ja) - Muße und Entspannung, Fragen und auch Antworten, viele Denkanstöße, manchmal zum Schmunzeln und meistens mit Nachklang – all das hat beim Literaturspaziergang durch den Herzebrocker Klostergarten im Mittelpunkt gestanden. Karl-Hermann Schlepphorst hatte die Veranstaltung für die Reihe „Kultur am Kloster“ des Heimatvereins Herzebrock organisiert. 

Aktive stammen aus Verl

Mit dabei waren Michael Wöstemeyer, Autor und Rezitator aus Verl, sowie das ebenfalls aus der Ölbachstadt stammende Querflötenensemble Flötissimo. An fünf Stationen mit besonderen Gartenansichten setzten die Teilnehmenden verschiedene Themen in Szene. 

Beginnend am Torbogen zum Eingang vom Kirchplatz auf den Ehrenhof, führte der Spaziergang zur ersten Station, dem Kreuzgangfragment, wo Flötissimo die Spaziergänger mit dem „Präludium zum Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier erwartete. Dort ging es um die Sehnsucht. 

Facetten der Natur beleuchtet

An der Teichbühne beleuchteten die Texte unterschiedliche Facetten der Natur, wobei Flötissimo von einer Brücke im Hintergrund eine „Berceuse“ spielte. „Meine kleine Welt“ rezitierte Michael Wöstemeyer an der Gräfte. Nicht von ungefähr zunächst auf Verler Platt, denn „da fühl ich mich zu Haus“. Dort spannten sich die Texte um des Lebens Fülle mit seinen Höhen und Tiefen zu den Klängen von „Scarborough Fair“. 

Sehnsucht und Aufbruch

Am großen Teich ging es um „Fremde Gärten“, und im Rosengarten drehte sich alles um „Cherchez la femme“ im Wechsel mit Partien aus „Les Folies d’Espagne“ von Marin Marais. Flötissimo erwartete die Spaziergänger am Gewölbekeller mit Walzerklängen aus „Der Mond“ von Friedgund Göttsche-Niessner. Mit Texten über Sehnsucht und Aufbruch und dem Lied „Abend wird es wieder“ endete der Spaziergang. 

Natürlich, menschlich, spirituell

Als „natürlich, menschlich, spirituell“ bezeichnet Michael Wöstemeyer seine Texte. Sie sind in Form gebrachte, persönlich geprägte Gedanken, die zur intensiveren Auseinandersetzung anregen und für jeden Zuhörer Identifizierbares beinhalten. Die Atmosphäre aus Natur, Abendsonne, Musik und geistiger Inspiration machten den Literaturspaziergang zu einem besonderen Erlebnis. 

Neue Perspektiven auf historische Gebäude

In den Klostergärten Herzebrock erschließen Wege, Hecken und Mauerfragmente immer neue Perspektiven auf die historischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert und früher. Sie wurden im Rahmen der Regionale 2000 und der Expo-Initiative Ostwestfalen-Lippe umgestaltet. 2005 wurden die neu gestalteten Anlagen mit einem effektvollen und feierlichen Rahmenprogramm der Bevölkerung vorgestellt. Daraus entwickelte sich der „Kunstgenuss am Kloster“ unter Federführung des Heimatvereins Herzebrock. www.heimatverein-herzebrock.de

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