Tierheim zu Gast in der Bolandschule



Herzebrock-Clarholz (mab) - „Mein Hund hat Angst, wenn so viele Kinder da sind“, sagt Vanessa Austermann. Er fühle sich bedroht, wenn er die ganze Zeit angestarrt werde, so die Mitarbeiterin aus dem Gütersloher Tierheim. Am Dienstag war sie in der Herzebrocker Bolandschule zu Gast.

Tierheim

Sie berichtete den Mädchen und Jungen aus der Ferienbetreuung, warum Tiere im Heim sind, und wie sie dort versorgt und weitervermittelt werden. Ein Tier konnte sie nicht mitbringen. 

18 Kinder beteiligen sich an der Osterferienbetreuung der Volkshochschule Reckenberg-Ems. „Die meisten kommen jedes Jahr“, sagt Christiane Geldmacher. Die Erzieherin gestaltet das Programm für die Grundschüler gemeinsam mit Christiane Gössling. Das aktuelle Motto in beiden Wochen heißt: „Starke Pfoten machen Tierschutz“. Die Kinder lernen, wie sie mit Tieren umgehen sollten, sehen einen Film über einen Eisbären und starten eine Rallye durch den Bolandwald mit Quiz-Fragen rund um die Tierwelt.

Ob es klappt, nach Ostern gemeinsam zum Tierpark Olderdissen zu fahren, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall lernen die Mädchen und Jungen noch Rassekaninchen kennen und fahren gemeinsam ins Schwimmbad. „Das ist Tradition und bei den Kindern sehr beliebt“, so Christiane Geldmacher.

„Welche Kleintiere haben wir im Gütersloher Tierheim?“, fragt Vanessa Austermann in die Runde. Die Finger schnellen in die Höhe. Ideen haben die Jungen und Mädchen genug. Sie reichen von Mäusen und Ratten über Maulwürfe oder gar Koalabären. Letztere nicht, aber Sittiche und Hamster befänden sich unter den 40 Kleintieren, die zurzeit im Tierheim sind. Ein Mann habe in der vergangen Woche zehn junge Hamster in einem Eimer gebracht und gedroht, sie im Wald auszusetzen, wenn die Einrichtung sie nicht nähme. „Ihm war das ziemlich egal, ob sie dort sterben würden.“ Ein Junge wollte gleich ein Exemplar kaufen. „Hamster sind nichts für Kinder, sie schlafen am Tag und sind nachts wach“ riet Vanessa Austermann ab.

Einige Kinder haben selbst Hunde, Hühner, Kaninchen oder Katzen zu Hause. Was die fressen, wussten alle genau. Was ein Tier kostet, aber nicht. Gemeinsam errechneten die Schüler, dass das Futter für die Katzen im Heim monatlich mit 500 Euro zu Buch schlägt. Dazu kommen Kosten für den Arzt. Ein Kater wird für 90, eine Katze für 110 Euro abgegeben. Alle Tiere würden nur in geeignete Familien vermittelt. Das Heim trage dieselbe Verantwortung für wie jeder andere Eigentümer auch.

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